„Wir brauchen eine Vision, auf die wir hinarbeiten“

„Wir brauchen eine Vision, auf die wir hinarbeiten“

In einem Themenschwerpunkt des Hessischen Rundfunks anlässlich der Vergabe des Deutschen Lehrerpreises hat sich der Geschäftsführende Direktor des DIPF, Prof. Dr. Kai Maaz, zu den jetzigen und künftigen Anforderungen an die Lehrkräfte geäußert. Die derzeitige Situation müsse man ernst nehmen und schauen, was sich im Bildungssystem ändern müsse und wo langfristig andere Ressourcen nötig seien, betonte er in der hr-info-Sendung vom 4. Mai.

„Wir brauchen eine Vision, eine Zieldimension, auf die wir hinarbeiten. Und wenn die es notwendig macht, in Schule, in Bildung mehr zu investieren, dann täten wir gut daran, diese Investitionen auch wirklich ernst zu nehmen“, so Maaz. Aktuell bräuchten die Lehrkräfte vor allem die nötigen technischen Voraussetzungen und passende Qualifizierungsangebote für den Distanzunterricht. Zudem seien stärkere Verschränkungen zwischen Lehrpersonal und dem weiteren pädagogischen Personal etwa aus der Schulsozialarbeit und der Schulpsychologie nötig. Für die Schülerinnen und Schülern ansprechbar zu sein und ihnen Beratungsangebote zu machen, sei für die Lehrkräfte allein nicht zu bewältigen.

Hinsichtlich der Weiterbildung der Lehrkräfte forderte er eine klare Strategie. Weiterbildung sei eine Chance, um bestehende Probleme an den Schulen angehen zu können. Es sollte für die Lehrkräfte verpflichtend sein, Weiterbildungsangebote in Anspruch zu nehmen. Zugleich sollten solche Angebote individualisierter an die spezifischen Herausforderungen der einzelnen Schulen angepasst werden.

Auch in der Ausbildung der Lehrkräfte forderte der Bildungsexperte Reformen an den Hochschulen. Zusätzliche Lehrangebote seien nötig etwa zum digitalen Unterricht, zur Stärkung der diagnostischen Kompetenzen von Lehrkräften sowie zu den nichtfachlichen und kognitiven Kompetenzen von Schüler*innen wie der Selbstregulation und den Selbstlernkompetenzen.

Zum Themenschwerpunkt auf hr info (ab Minute 4:05)