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Das Schulrecht umfassend und aktuell aufbereitet

Das Standardwerk „Schulrecht“ steht jetzt in seiner neunten Auflage zur Verfügung. Auf mehr als 700 Seiten greift das Handbuch neuere Entwicklungen auf und gibt zugleich einen grundlegenden Überblick über die rechtlichen Regelungen des Schulwesens im Allgemeinen, aber auch in Bezug auf die Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte. Übersichtlich strukturiert und in klarer, einfacher Sprache gehalten wendet sich das Buch als Nachschlagewerk an alle am Schulalltag und an der Schulentwicklung Beteiligten.

„Das Schulwesen steht seit dem Erscheinen der letzten Auflage unseres Buchs im Jahr 2010 verschiedenen grundsätzlichen Veränderungen gegenüber, die sich auch im Schulrecht widerspiegeln. Zugleich bleiben kontrovers diskutierte Themen auf der Tagesordnung, deren rechtliche Regelung von maßgeblicher Bedeutung ist“, erläutert Professor Dr. Hermann Avenarius, wie bereits bei den vorherigen Auflagen Verfasser des Handbuchs. Er ist emeritierter Professor für öffentliches Recht und Verwaltungswissenschaft am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. Koautor ist Professor Dr. Felix Hanschmann, Professor für öffentliches Recht an der Humboldt-Universität zu Berlin, der das Buch künftig in eigener Regie publizieren wird.

Von Datenschutz bis Kopftuchstreit

Zu den neueren Entwicklungen zählt beispielsweise die sowohl vom Bundesverfassungsgericht als auch vom Bundesverwaltungsgericht stärker betonte Integrationsfunktion der Schule in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft. Daraus ergeben sich Akzentverschiebungen bei der Verwirklichung des staatlichen Bildungs- und Erziehungsauftrags. Hierunter fällt aber auch die nach UN-Konvention umzusetzende gemeinsame Beschulung von jungen Menschen mit und ohne Behinderung (Inklusion). Weitere Neuerungen sind etwa die Einführung der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung, ein weitgehend reformiertes Recht der Auslandsschulen und das kürzlich vom Bundesverfassungsgericht bestätigte Streikverbot für Beamtinnen und Beamte.

Themen, die das Schulrecht nach wie vor herausfordern, sind zum Beispiel die Rechtsstellung des islamischen Religionsunterrichts oder der Streit um das Tragen des Kopftuchs im Schuldienst. Auch die Debatte um die Dauer der gymnasialen Schulzeit bleibt aktuell, derzeit mit dem Ergebnis, dass außer in den ostdeutschen Bundesländern eher der Variante mit neun Jahren am Gymnasium (G9) der Vorzug gegeben wird. Die vielen Herausforderungen, vor denen das öffentliche Schulwesen steht, zeigen sich auch in einer erhöhten Nachfrage nach Privatschulen. Die Autoren haben daher das Kapitel zum Privatschulrecht nicht nur auf den neuesten Stand gebracht, sondern auch merklich erweitert.

Gesamtschau in drei Teilen

Das Handbuch gliedert sich in drei Teile: Teil 1 behandelt die rechtlichen, organisatorischen und administrativen Grundlagen des Schulrechts in Deutschland, zum Beispiel den Aufbau und die Gliederung des Schulwesens oder die Finanzierung der Schulen. Teil 2 befasst sich mit der Rechtsstellung der Schülerinnen und Schüler sowie der Eltern im Schulwesen. Hier erörtern die Autoren etwa die Schulpflicht, den Zugang zu den verschiedenen Schularten oder die Leistungsbewertung durch Zeugnisse. In Teil 3 werden die Rechte und Pflichten der Lehrerinnen und Lehrer dargestellt, darunter ihre Aufsichtspflicht und ihre pädagogische Freiheit. Das Buch geht auf die schulrechtlichen Regelungen der Bundesländer ein und ermöglicht so als Gesamtschau deren Vergleich.

Das Buch:

Avenarius, H. & Hanschmann, F. (2019). Schulrecht. Köln: Wolters Kluwer Deutschland | Carl Link
ISBN: 978-3-556-07364-3

Kontakt

Publikation:
Prof. Dr. Hermann Avenarius, DIPF, +49 (0)69 24708-204, YXZlbmFyaXVzQGRpcGYuZGU=
Prof. Dr. Felix Hanschmann, Humboldt-Universität zu Berlin, +49 (0)30 2093-3585, ZmVsaXguaGFuc2NobWFubkByZXdpLmh1LWJlcmxpbi5kZQ==
Presse:
Philip Stirm, DIPF, +49 (0)69 24708-123, c3Rpcm1AZGlwZi5kZQ==, www.dipf.de

zuletzt verändert: 23.09.2019
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