GraWi – Implizites und explizites grammatisches Wissen bei Grundschulkindern mit Deutsch als Zweitsprache

Im Projekt GraWi wird untersucht, über welches implizite und explizite grammatische Wissen Kinder mit Deutsch als Zweitsprache in der Grundschule verfügen.

Projektbeschreibung

Ziel des Projekts ist es, das implizite und explizite grammatischen Wissen von Grundschulkindern mit Deutsch als Zweitsprache im Bereich Kasus zu untersuchen. Implizites grammatisches Wissen bezeichnet Wissen über das Regelsystem einer Sprache, das Menschen zum Verständnis und zur Produktion grammatischer Strukturen befähigt, ohne dass es dem Bewusstsein zugänglich sein muss. Explizites grammatisches Wissen kennzeichnet sich durch Bewusstheit bzw. die Möglichkeit zur Verbalisierung grammatischer Regeln. Sowohl die Vermittlung impliziten als auch expliziten grammatischen Wissens sind ausdrückliche Ziele des Deutschunterrichts. Wie implizites und explizites grammatisches Wissen miteinander verknüpft sind bzw. einander bedingen, wurde bislang jedoch kaum erforscht.

Im Projekt GraWi wird mittels psycholinguistischer Verfahren (z. B. elicitation tasks, picture selection tasks, grammatical judgement tasks) untersucht, über welches Wissen kindliche Zweitspracherwerber*innen im Bereich Kasus verfügen und welche Beziehungen dabei zwischen dem impliziten und expliziten Wissen der Kinder bestehen. Das Projekt leistet einen Beitrag dazu, zu verstehen, welche Erwerbsprozesse dem gesteuerten Spracherwerb im Deutschunterricht zugrunde liegen und bildet damit eine wichtige Grundlage zur Weiterentwicklung wirksamer Unterrichtskonzepte für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache.

Finanzierung

IDeA-Zentrum

Publikationen

Geyer, S., & Müller, A. (2021). Wie adaptiv ist Sprachförderung für Kinder mit Deutsch als Zweitsprache? Eine Studie zum sprachlichen Handeln in der Zweitsprachförderung. Zeitschrift für angewandte Linguistik.

Geyer, S.,  Voet Cornelli, B.,  Lemmer, R., Müller, A., & Schulz, P. (2019).  Sprachförderung für Schülerinnen und Schüler mit Deutsch als Zweitsprache: Mythen und Fakten. In J. Ziehm, B. Voet Cornelli, M. Goßmann, & B. Menzel (Hrsg.), Schule migrationssensibel gestalten (S. 11–13). Weinheim, Basel: Beltz.

Lemmer, R., Huschka, S., Geyer, S., Brandenburg, J., Ehm, J.-H., Lausecker, A., Schulz, P., & Hasselhorn, M. (2019). Sind Fortbildungsmaßnahmen zu linguistisch fundierter Sprachförderung wirksam? – Analysen zu den Kompetenzen von Fachkräften und mehrsprachigen Kindern. Frühe Bildung, 8 (4), 181–186.

Projektleitung

Dr. Sabrina Geyer

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
09/2021 – 12/2022
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Abteilung: Bildung und Entwicklung
Kontakt: Dr. Sabrina Geyer, Wissenschaftliche Mitarbeiterin

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