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Forschung

InSe – Instruktionssensitivität von Testitems in der Pädagogisch-Psychologischen Diagnostik

Das Projekt Instruktionssensitivität untersucht, inwiefern Tests und Items dazu in der Lage sind, Effekte von Schule und Unterricht zu erfassen.

Projektbeschreibung

Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern aus standardisierten Leistungstests werden häufig dazu genutzt, den individuellen Lernstand von Schülerinnen und Schülern zu erfassen, die Qualität von Schule, Unterricht und anderer pädagogischer Maßnahmen zu beurteilen oder Bildungssysteme auf nationaler und internationaler Ebene zu vergleichen. Gültige Rückschlüsse über Schule und Unterricht erfordern, dass die Testinstrumente im Allgemeinen instruktionssensitiv sind, also dazu in der Lage, Effekte von Schule und Unterricht abzubilden. Das Projekt untersucht, wie sich die Instruktionssensitivität von Tests und Items empirisch fassen und in der Pädagogisch-Psychologischen Diagnostik praktisch nutzen lässt.

Ziele

Das Projekt baut auf einem von Naumann, Hochweber und Hartig (2014) vorgestellten längsschnittlichen Mehrebenen-DIF-Modell (LML-DIF-Modell) zur Untersuchung von Instruktionssensitivität auf. Dieses Modell integriert bestehende Ansätze zur Instruktionssensitivität, indem es sowohl Veränderungen in Schülerleistungen über die Zeit als auch Unterschiede zwischen Klassen einbezieht. Vier übergeordnete Ziele werden verfolgt:

  1. die Weiterentwicklung des LML-DIF-Modells
  2. die Untersuchung der Qualität und Bedingungen der Parameterschätzung
  3. die Validierung von statistischen Indikatoren für Instruktionssensitivität
  4. die Entwicklung von Kriterien zur Klassifikation von Instruktionssensitivität auf Test- und Itemebene

Die Arbeitspakete zur Erreichung dieser Ziele lassen sich einteilen in die Bereiche Modellentwicklung, Simulationsstudien, Sekundäranalysen und eine Datenerhebung an Schweizer Schulen.

Eine Weiterentwicklung des Modells soll hinsichtlich des Einbezugs der Instruktionssensitivität auf Testebene, des Einbezugs von Prädiktorvariablen, der Modellierung variierender Itemdiskriminationen, der Verallgemeinerung auf mehrstufige Antworten und der Anwendung auf Trenddaten erfolgen. Simulationsstudien unterstützen die Modellentwicklung und dienen der Erforschung der Qualität und Bedingungen der Parameterschätzung (z. B. Stichprobenanforderungen). Sekundäranalysen dienen der Entwicklung von Kriterien für "hohe" oder "geringe" Instruktionssensitivität. Darüber hinaus validiert das Projekt statistische Indikatoren für Instruktionssensitivität, indem deren Zusammenhänge mit Prädiktoren auf Klassen- und Itemebene analysiert werden. Einige weitere Sekundäranalysen dienen darüber hinaus der Ersterprobung von neu entwickelten Modellvarianten.

Ergänzend ist die Erhebung eigener Testdaten an Schweizer Schulen geplant. In Zusammenarbeit mit dem Lehrmittelverlag St.Gallen erfolgt eine Erhebung der Schulleistungen von Schülerinnen und Schüler im Fach Mathematik zu mehreren Messzeitpunkten. Parallel dazu sind detaillierte Untersuchungen des Unterrichtsinhalts und umfassende Experten-Einschätzungen der Testaufgaben bezüglich ihrer Nähe zum Unterricht vorgesehen. Die Zusammenführung der erhobenen Daten liefert eine vielversprechende Grundlage für die Validierung statistischer Indikatoren sowie die Entwicklung von Kriterien zur Klassifikation der Instruktionssensitivität von Testitems.

Finanzierung

Das Kooperationsprojekt „Instruktionssensitivität von Testitems in der Pädagogisch-Psychologischen Diagnostik“ des Deutschen Instituts für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) mit der Pädagogischen Hochschule St. Gallen (PHSG) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem Schweizerischen Nationalfonds (SNF) gefördert.

Kooperationen

  • Min Li, University of Washington, Seattle

Publikationen

  • Naumann, A., Hartig, J., & Hochweber, J. (2017). Absolute and relative measures of instructional sensitivity. Journal of Educational and Behavioral Statistics. Advance Online Publication. DOI: 10.3102//1076998617703649
  • Naumann, A., Hochweber, J., & Klieme, E. (2016). A psychometric framework for the evaluation of instructional sensitivity. Educational Assessment, 21(2), S. 89–101, DOI: 10.1080/10627197.2016.1167591
  • Naumann, A., Hochweber, J., & Hartig, J. (2014). Modeling instructional sensitivity using a longitudinal multilevel differential item functioning approach. Journal of Educational Measurement, 51, S. 381–399, DOI: 10.1111/jedm.12051

Projektleitung

Projektteam

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
04/2015 – 04/2018
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Abteilung: Bildungsqualität und Evaluation
Kontakt:
zuletzt verändert: 16.10.2017