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Forschung

KiKaKo - Modellierung der Kaufkompetenz von Kindern

KiKaKo ist ein interdisziplinäres Projekt, das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, die Kaufkompetenz und das Kaufverhalten von Grundschulkindern systematisch zu analysieren und Hypothesen zur Struktur des Kaufkompetenzkonstrukts zu testen. Darüber hinaus beschäftigt sich das Projekt KiKaKo mit der Frage, wie Prozessdaten aus computerbasierten Testungen in einem erweiterten Kompetenzmodell verwendet werden können.

Hintergrund

In Deutschland verfügen Kinder durch Taschengeld und Geldgeschenke über knapp 3 Milliarden Euro an Kaufkraft (Kinder-Medien-Studie 2019) und beginnen mit etwa sieben Jahren, Geld durch regelmäßige eigene Kaufentscheidungen auszugeben. Als wichtige Zielgruppe der Hersteller und Händler sind Kinder Adressaten einer Vielzahl von direkt auf sie zugeschnittenen Werbemaßnahmen und Marketingbotschaften. Jedoch steht ihre Bedeutsamkeit als Marktteilnehmende im Widerspruch zu ihrem fehlenden Marktwissen, ihrer geringen Markterfahrung und den sich noch entwickelnden kognitiven Fähig- und Fertigkeiten.

Projektbeschreibung

Das Konstrukt der Kaufkompetenz umfasst diejenigen kognitiven und motivational-affektiven Fertigkeiten, die Konsumierende befähigen, den gesamten Kaufprozess so zu bewältigen, dass die eigenen Ziele und Bedürfnisse erreicht und die Herausforderungen sowie das eigene Handeln verstanden und reflektiert werden können. Wir nehmen an, dass die Kaufkompetenz das Wissen verschiedener Konzepte (z. B. Preisbildung), bestimmte mathematische Fertigkeiten (z. B. Preis-Mengen-Vergleiche), Lerngelegenheiten, Selbstregulation, domänenspezifische Problemlösestrategien und bestimmte Einstellungen umfasst. Basierend auf diesen Annahmen haben wir ein computerbasiertes Messinstrument entwickelt, das nicht nur Leistungs- und Persönlichkeitstests, sondern auch einen simulierten Supermarkt beinhaltet. Während die Messung und Modellierung von Kompetenzen gewöhnlich auf Ergebnisdaten beruht, werden Unterschiede in der Aufgabenbewältigung nicht einbezogen. Mit digitalen Technologien können jedoch zusätzlich zu den Produktdaten auch Prozessdaten erfasst werden, die hinsichtlich der Fertigkeiten und Strategien der Versuchspersonen ausgewertet werden können. Da die Supermarktsimulation ein hohes Maß an Interaktion voraussetzt, ist die Granularität unserer Daten hoch genug, um den Aufgabenbearbeitungsprozess nachzuvollziehen sowie komplexe kognitive Prozesse wie domänenspezifische Problemlösestrategien und Selbstregulation untersuchen zu können.

Nach einer erfolgreichen Erprobung und Revision der Testinhalte durch eine Pilotstudie im März 2020, wird das Testinstrument in einer Hauptuntersuchung einer umfangreicheren Stichprobe von 1600 Grundschulkindern (8 – 10 Jahre) vorgelegt.

Projektziele

Die bisherige Forschungsarbeit wird durch vier Aspekte bereichert: (1) Mit den Testergebnissen werden die dimensionale Binnenstruktur von deklarativem Wissen und Entscheidungsverhalten in simulierten Konsumsituationen analysiert und so die Struktur des Konstrukts Kaufkompetenz genauer beschrieben. (2) Gleichzeitig wird das Ausmaß der Kaufkompetenz bei Schulkindern im Alter von 8 bis 10 Jahren erstmals systematisch in Hinblick auf kognitive, selbstregulative und konative Aspekte beschrieben und (3) es wird der Einfluss relevanter motivationaler Variablen, wie z. B. die Fähigkeit zur Selbstkontrolle und Zukunftsorientierung, geprüft. (4) Darüber hinaus wollen wir mit unserer Forschung demonstrieren, wie Prozessdaten in einem erweiterten Kompetenzmodell verwendet werden können und wie sie das theoretische Modell und seine Messung verbessern. Mit dem entwickelten Instrument steht der Forschungsgemeinschaft erstmals eine an Verhaltensmaßen validierte Methode zur Erfassung der Kaufkompetenz von Kindern zur Verfügung.

Finanzierung

Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert (GEPRIS).

Projektleitung

Prof. Dr. Johannes Hartig

Projektteam

Philine Drake

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
04/2019 – 06/2021
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Abteilung: Bildungsqualität und Evaluation
Kontakt: Philine Drake, Doktorandin
zuletzt verändert: 10.08.2020