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Forschung

KonsortSWD – Konsortium für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften

Das DIPF beteiligt sich in Kooperation mit mehreren Partnern am Aufbau der nationalen Forschungsdateninfrastruktur für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs- und Wirtschaftswissenschaften im Rahmen der NFDI.

Projektbeschreibung

Welche Forschungsdaten werden benötigt, um die Erforschung gesellschaftlicher Zusammenhänge und Phänomene voranzubringen? Wie müssen diese Daten dokumentiert und verfügbar gemacht, wie erschlossen und vernetzt werden, um exzellente Forschung zu ermöglichen? Gemeinsam mit weiteren Partnern beteiligt sich das DIPF am Aufbau von KonsortSWD, der nationalen Forschungsdateninfrastruktur für die Sozial-, Verhaltens-, Bildungs-, und Wirtschaftswissenschaften. KonsortSWD zielt darauf ab, die bestehende Forschungsdateninfrastruktur als gemeinsames Vorhaben weiterzuentwickeln, bestehende Lücken zu schließen und zukunftsfähig auszubauen.

Innerhalb des Konsortiums steuert das DIPF seine Kompetenzen an drei Stellen bei:

(1) beim Aufbau einer föderierten Forschungsdateninfrastruktur speziell für qualitative Forschungsdaten (Task Areas 2, Data Access),

(2) bei der Förderung des Forschungsdatenmanagements qualitativer Daten (Task Area 3, Data Production) sowie

(3) bei der Entwicklung technischer Lösungen zum Datenaustausch (Task Area 5, Technical Solutions). 

Aufbau einer föderierten Infrastruktur für qualitative Daten (VQualidat) (1)

Die bestehenden Angebote zur Datenarchivierung und Datennachnutzung für qualitative Forschungsdaten im Bereich der Sozial-, Bildungs-, Verhaltens- und Wirtschaftswissenschaften sind fragmentiert und lückenhaft. Es gibt eine Reihe unterschiedlicher Fachdatenzentren (FDZen) und Repositorien an Universitäten und außeruniversitären Einrichtungen mit je unterschiedlichen Schwerpunkten und Angeboten. Ziel von KonsortSWD/der Task Area 2 ist es, diese bestehenden Angebote zu bündeln und zu einer föderierten Infrastruktur (VQualidat) auszubauen. Hierfür gilt es, Prozesse zu harmonisieren und Standards weiterzuentwickeln. Ein gemeinsames Dachportal wird Nutzer*innen zukünftig einen zentralen Einstieg ermöglichen. Die einzelnen FDZen und Repositorien werden ihre Expertisen für unterschiedliche Datentypen und Forschungsrichtungen einbringen, um die qualitative Forschung möglichst in ihrer gesamten Breite und Diversität bedienen zu können.

Förderung des Forschungsdatenmanagements qualitativer Daten (2)

Die Archivierung und Nachnutzung qualitativer, gering standardisierter Forschungsdaten ist besonders voraussetzungsvoll. Datentypen, Medien und Designs qualitativer Forschung sind sehr divers und nicht miteinander vergleichbar, betrachtet man beispielsweise die ethnographische Forschung, die objektive Hermeneutik oder die videobasierte Unterrichtsforschung. Hinzu kommen besondere datenschutzrechtliche und ethische Anforderungen im Umgang mit diesen sensiblen Daten. Mit diesen Herausforderungen befasst sich die Task Area 3. Das Ziel besteht darin, in enger Zusammenarbeit mit Forscher*innen für die verschiedenen Forschungsansätze und Datentypen je spezifische Lösungen zu entwickeln. Schwerpunkte dabei sind u. a. Aspekte der Datenqualität und rechtliche Voraussetzungen. Die Forschenden und ihre Perspektiven werden dabei über Workshops zur Bedarfsanalyse und die Entwicklung von Use Cases eingebunden. Die Ergebnisse werden anschließend über Trainingsangebote und Good-Practice-Beispiele distribuiert.

Softwareentwicklung (3)

Die bisher von den FDZen und Repositorien genutzten, singulären technischen Lösungen ermöglichen es, die je spezifischen Anforderungen bspw. an institutionelle Interfaces zu erfüllen. Sie gehen aber mit dem Nachteil unzureichender Interoperabilität einher. Daher besteht das Ziel dieses Arbeitspakets darin, Schnittstellen zu entwickeln und bereitzustellen, die den Daten- und Metadatenaustausch zwischen FDZen und Nutzer*innen ermöglichen und regeln. Diese Schnittstellen sollen sich an der Spezifikation der Open API Initiative (OAI) orientieren. Der Einsatz dieser Spezifikation ermöglicht jedem Mitglied des KonsortSWD einen standardisierten Datenaustausch (Interoperabilität), bei gleichzeitigem Ausbau der (individuellen) Daten und ihres Life-Cycles. Beim Aufbau dieser Schnittstellen werden die Entwicklungen der internationalen FAIR Initiative wie GO-Inter, FAIRsFAIR oder auch FAIRsharing ebenso berücksichtigt wie die Standards der DDI Alliance zu Metadaten.

Finanzierung

Als eines von vielen fachspezifischen Konsortien ist KonsortSWD Teil der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI), die seit 2020 durch Bund und Länder mit ca. 70 Mio. Euro pro Jahr gefördert wird.

Kooperationspartner

Projektleitung

Projektteam

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
10/2020 – 09/2025
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Abteilung: Informationszentrum Bildung
Kontakt: Dr. Doris Bambey, Arbeitsbereichsleiterin
zuletzt verändert: 13.11.2020