Gedächtnisstrategieentwicklung bei Kindern und Jugendlichen

Ziele des Projekts waren die Identifikation von Entwicklungsveränderungen und Entwicklungsunterschieden bei der Gedächtnisstrategieentwicklung. Im Fokus standen dabei fünf Dimensionen der Veränderung.

Projektbeschreibung

Veränderungen beim Lernen und bei der Gedächtnisentwicklung waren besonders deutlich während des Kindes- und Jugendalters. Im Fokus standen dabei intraindividuelle Veränderungen und die dabei auftretenden interindividuellen Unterschiede. Das Hauptanliegen unserer Forschung war es, die Wirkungsweise, -stärke und -richtung von Entwicklunsgmotoren wie den Gedächtnisstrategien zu identifizieren und ihre Interaktionen zu analysieren.

Ziele

Ziele des Projekts waren die Identifikation von Entwicklungsveränderungen und Entwicklungsunterschieden bei der Gedächtnisstrategieentwicklung. Im Fokus standen dabei fünf Dimensionen der Veränderung: Der Weg der Veränderung, die dabei auftauchende Variabilität, die Geschwindigkeit der Veränderung, die Breite der Veränderung (Transfer) und schließlich die zugrundeliegenden Mechanismen, die für Leistungsveränderungen und Leistungsunterschiede verantwortlich sind. Auf der Grundlage längsschnittlicher Untersuchungen von Kindern im Alter zwischen 8 und 13 Jahren konnte in den letzten Jahren ein detaillierter Einblick in die Veränderung von basalen Gedächtnisstrategien wie dem kategorialen Organisieren und dem Wiederholen von Lernmaterial (Rehearsal) gewonnen werden. Die Befunde dieser Längsschnittstudie legen als Entwicklungsmotoren mit unterschiedlich starkem Einfluss für strategisches Verhalten das aufgabenspezifische Metagedächtnis und die Arbeitsgedächtniskapazität nahe. Die Erkenntnisse aus dieser Längsschnittstudie wurden in ergänzenden (querschnittlichen und mikrogenetischen) Studien erweitert und der Einfluss zusätzlicher Entwicklungsmechanismen für den kompetenten Strategieerwerb und –gebrauch untersucht. Zu diesen Mechanismen zählen Komponenten des Arbeitsgedächtnisses, motivationale Faktoren, das Selbstkonzept, und die verfügbare Wissensbasis.

Publikationen

  • Lehmann, M., & Hasselhorn, M. (2012). Rehearsal dynamics in elementary school children. Journal of Experimental Child Psychology, 111, 552–560. doi:10.1016/j.jecp.2011.10.013
  • Lehmann, M., & Hasselhorn, M. (2010). The dynamics of free recall and their relation to rehearsal between 8 and 10 years of age. Child Development, 81, 10061020.
  • Lehmann, M., & Hasselhorn, M. (2009). Entwicklung von Lernstrategien im Grundschulalter. In F. Hellmich & S. Wernke (Eds.), Lernstrategien im Grundschulalter. Konzepte, Befunde und praktische Implikationen (pp. 2541). Stuttgart: Kohlhammer.
  • Lehmann, M., & Hasselhorn, M. (2007). Variable memory strategy use in children’s adaptive intratask learning behavior: Developmental changes and working memory influences in free recall. Child Development, 78, 10681082.
  • Lehmann, M., Lingen, M., & Hasselhorn, M. (2005). Zur adaptiven Qualität kumulativen Rehearsals beim freien Reproduzieren im späten Grundschulalter [The adaptive quality of cumulative rehearsal activities in free recall during late elementary school years]. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 37, 184193.

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Laufzeit:
2006 - 2016
Finanzierung:
DIPF
Abteilung: Bildung und Entwicklung