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Forschung

Abituraufgaben in der späten Weimarer Republik zwischen Normierung der Aufgabenbearbeitung und dem Anspruch nach ‚Selbständigkeit‘

Dieser historiographische Beitrag untersucht die Anforderungen ausgewählter Abituraufgaben in der späten Weimarer Republik und diskutiert, inwieweit das Kriterium ‚Selbstständigkeit‘ bei der Beurteilung berücksichtigt wurde.

Die preußische Reifeprüfungsordnung von 1926 schrieb erstmals verbindlich vor, für den „deutschen Aufsatz“ vier thematisch unterschiedliche Aufgaben zur Auswahl vorzugeben. Dieser historiographische Beitrag untersucht die Anforderungen jeweils einer Aufgabe mit und ohne Literaturbezug, die 1930 an einem Berliner Gymnasium gestellt wurden. Es zeigt sich, dass die Bearbeitung beider Aufgaben stärker normiert war, als die Aufgabenformulierungen dies vermuten ließ. Wurde „Selbständigkeit“ der Bearbeitung teilweise gewürdigt, erwies sich in einem Fall ihr Stellenwert gegenüber weiteren Anforderungen, im anderen Fall der Entscheidungsspielraum der Aufgabe als Streitfall zwischen Erst- und Zweitbeurteilung. Es bestätigt sich damit, dass Untersuchungen von (historischen) Aufgaben auf eine vergleichende Betrachtung von Aufgabenformulierungen, -bearbeitungen und -bewertungen angewiesen sind.

Zach, B. & Reh, S. (2018). Abituraufgaben in der späten Weimarer Republik zwischen Normierung der Aufgabenbearbeitung und dem Anspruch nach ‚Selbständigkeit‘. Didaktik Deutsch,(44), 44–60.

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zuletzt verändert: 02.09.2019