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Forschung

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Autor:
Wiegmann, Ulrich; Pehnke, Andreas:

Titel:
Walther Schulze-Soelde (1888-1984). ""Wüßten wir doch, was kommen muss!""
Der Opportunismus eines Geisteswissenschaftlers und seine erziehungswissenschaftliche Revisionskompetenz im Zeitenwandel

Quelle:
In: Alvermann, Dirk (Hrsg.): ""... die letzten Schranken fallen lassen"" Köln : Böhlau (2015) , 370-396

Sprache:
Deutsch

Dokumenttyp:
4. Beiträge in Sammelwerken; Sammelband (keine besondere Kategorie)

Schlagwörter:
Berufslaufbahn, Bildungsgeschichte, Biografie, Deutschland-BRD, Deutschland (bis 1945), Erziehungswissenschaft, Geschichte (Histor), Ideologie, Nationalsozialismus, Pädagoge


Abstract:
Walther Schulze-Soelde gehört nicht in die erste Reihe namhafter geisteswissenschaftlicher deutscher Pädagogen im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Vielmehr wird er im Allgemeinen zu jenen Erziehungswissenschaftlern der zweiten Reihe gerechnet, die vom Nationalsozialismus profitierten. Der Beitrag gibt zunächst einen biografischen Überblick und untersucht die Bedeutung Schulze-Soeldes für die Erziehungswissenschaft in Greifswald. Im Mittelpunkt steht seine politische Hinwendung zum Nationalsozialismus nach 1933 im Kontext seiner schwierigen Wissenschaftlerkarriere vor 1933. Im zweiten Teil wird der Frage nach der Entwicklung seiner erziehungswissenschaftlichen Auffassungen nachgegangen. Schulze-Soelde wandelt sich vom Hegelianer zum Propagandisten nationalsozialistischer Erziehungsideologie, ohne dass besondere Schnittmengen zwischen seiner Erziehungswissenschaft vor und nach 1933 nachweisbar wären. Sein geistiger Wandel wird als pure Anpassungsbereitschaft identifiziert, die seine Berufung 1939 auf den pädagogischen Lehrstuhl in Innsbruck zwar beförderte, aber sich letzten Endes v.a. der Empfehlung Eduard Sprangers verdankte. Der Zusammenbruch des Nationalsozialismus bedeutete für Schulze-Soelde den Verlust seines Lehrstuhls. Zunächst verdiente er seinen Unterhalt als Privatdozent in München. 1964 wurde ihm der Rechtsstatus eines emeritierten ordentlichen Professors der Universität München verliehen. (DIPF/Autor)


DIPF-Abteilung:
Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung

Notizen:

zuletzt verändert: 11.11.2016