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Autor:
Eckensberger, Lutz H.; Breit, Heiko:

Titel:
Kann das Schulrecht ohne Moral auskommen?
Anmerkungen aus der Perspektive der Entwicklungspsychologie.

Quelle:
In: Döbert, Hans u.a. (Hrsg.): Bildung vor neuen Herausforderungen. Neuwied : Luchterhand (2003) , S. 23-34

Sprache:
Deutsch

Dokumenttyp:
Monographieauszug; Sammelwerk/Sonstiges

Schlagwörter:
Schulrecht, Moral


Abstract:
Die Autoren des Beitrags leuchten vor dem Hintergrund der Forderung nach mehr rechtlich gesicherter pädagogischer Eigenverantwortung das Verhältnis von Recht zu anderen nicht-kodifizierten Regelsystemen aus, vor allem zur Moral. Hierbei legen sie besonderen Wert auf die Beachtung unterschiedlicher Deutungsräume von Normensystemen - gemeinschaftlich- interaktionistische und gesellschaftlich-funktionale. Anstatt diese aber jeweils Moral und Recht zuzuordnen, beharren die Autoren auf der Grundlage der Theorie der Moralentwicklung jedoch darauf, dass die Schaffung und das Verständnis des Rechts in komplexen Gesellschaften nicht ohne einen moralischen Rahmen auskommen kann. Anhand empirischer Forschungsergebnisse zu Umweltkonflikten zeigen sie unterschiedlich komplexe Formen der Wahrnehmung von Handlungschancen und Handlungsverantwortung im Rahmen formaler demokratischer Institutionen wie Recht und Politik, hinter denen unterschiedliche Ideen von Gerechtigkeit stehen. Als Konsequenz für Demokratieerziehung ziehen die Autoren den Schluss, es sei dringend geboten, Schülerinnen und Schülern das demokratische Rechtssystem als Teil ihres Alltags zu vermitteln und dabei den gleichzeitigen Zusammenhang und Gegensatz von Recht und Moral zu verdeutlichen.

Abstract(englisch):
The authors of this contribution shed light on the relationship between law and other non-codified rule systems above all between law and morality. Background of the discussion is the demand for more institutionalised educational self responsibility. The authors emphasise to consider different social interpretation spheres of normative rule systems - communitarian- interactionistic and societal-functional ones. Instead attributing law and morality to one of these spheres, the authors insist on the thesis that the creation and the understanding of law in complex societies cannot ensue without a moral frame. On the basis of empirical results about environmental conflicts can be demonstrated how different complex forms of the perception of action space and responsibility in the context of formal democratic institutions like law and politics rooting in different concepts of justice. The authors draw the consequence that for the scope of democratic education students must come to know the law system as part of their daily life and experience clearly the simultaneously coherence and opposition of law and morality.


DIPF-Abteilung:
Bildung und Kultur

Notizen: