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Autor:
Becker, Michael; Cortina, Kai S.; Tsai, Yi-Miau; Eccles, Jacquelynne S.:

Titel:
Sexual orientation, psychological well-being, and mental health
A longitudinal analysis from adolescence to young adulthood

Quelle:
In: Psychology of Sexual Orientation and Gender Diversity, 1 (2014) 2 , 132-145

URL des Volltextes:
http://psycnet.apa.org/?&fa=main.doiLanding&doi=10.1037/sgd0000038

Sprache:
Englisch

Dokumenttyp:
3a. Beiträge in begutachteten Zeitschriften; Aufsatz (keine besondere Kategorie)

Schlagwörter:
Alkoholkonsum, Befragung, Depression, Entfremdung, Homosexualität, Jugendlicher, Junger Erwachsener, Längsschnittuntersuchung, Psychische Entwicklung, Psychosoziale Situation, Selbstmord, Selbstwertgefühl, Sexualverhalten, Stress, Vergleich, Wohlbefinden


Abstract:
Bisherige, im Wesentlichen querschnittlich angelegte Forschung hat gezeigt, dass nicht-heterosexuelle Personen im Vergleich zu heterosexuellen Personen über ein niedrigeres psychisches Wohlbefinden und ausgeprägtere psychische Gesundheitsbelastungen berichten. Die vorliegende Studie untersuchte die Entwicklungsverläufe psychischen Wohlbefindens und psychischer Gesundheit von nicht-heterosexuellen und heterosexuellen Personen von der Jugend bis ins junge Erwachsenenalter. Als theoretische Ansätze wurden die Minority Stress Theorie (Meyer, 2003) sowie Theorien der Lebensspanne und Identitätsentwicklung (Erikson, 1968) herangezogen. Die Michigan Study of Adolescent and Adult Life Transitions (MSALT) diente als Datengrundlage, um die Entwicklung von nicht-heterosexuellen Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 16 bis 28 Jahren mit ihren heterosexuellen Altersgenossen zu vergleichen. Nicht-heterosexuelle Heranwachsende berichteten insgesamt über stärkeren depressiven Affekt, häufigere Suizidgedanken, stärkere soziale Entfremdung und ausgeprägteren Alkoholkonsum. Depressiver Affekt und soziale Entfremdung entwickelten sich in den beiden Gruppen während der Schulzeit auseinander, die Unterschiede nahmen aber im jungen Erwachsenenalter, nach Beendigung der Schulzeit, wieder ab. Eine konvergierende Entwicklung konnte ebenso für Suizidgedanken belegt werden. Hinsichtlich des Alkoholkonsums zeigte sich eine divergierende Entwicklung erst während des jungen Erwachsenenalters. Im Selbstwert zeigten sich insgesamt keine konsistenten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Interaktionen zwischen sexueller Orientierung und gender konnten statistisch nicht abgesichert werden. Insgesamt weisen die Ergebnisse darauf hin, dass von komplexeren Entwicklungsmustern auszugehen ist, als bisherige Studien dies nahelegten, und für Unterschiede im psychischen Befinden von nicht-heterosexuellen Personen im Vergleich zu heterosexuellen Personen eine substanzielle Entwicklungsdynamik besteht. Die Ergebnisse betonen sowohl das Potenzial als auch die Notwendigkeit, Entwicklungsrisiken und ungünstigen Entwicklungsverläufen vorzubeugen und zu begegnen.

Abstract(englisch):
In the past, mainly cross-sectional research has shown that nonheterosexuals report lower levels of psychological well-being and functioning than heterosexuals. Drawing on minority stress theory (Meyer, 2003), life span theory, and identity formation theory (Erikson, 1968), the present study analyzed developmental trajectories in psychological functioning from adolescence to young adulthood in nonheterosexual and heterosexual populations. Based on data from the Michigan Study of Adolescent and Adult Life Transitions (MSALT), nonheterosexual adolescents and young adults were compared with their heterosexual peers regarding their psychological development from the ages of 16 to 28. Overall levels of depressive affect, suicidal ideation, alcohol consumption, and social alienation were elevated for nonheterosexual young adolescents. For depressive affect and social alienation as well as suicidal ideation, the 2 groups grew apart during their high-school years but converged after leaving high school. For alcohol consumption, a divergent trend emerged after high school. No differences were found for self-esteem. None of the interactions between sexual orientation and gender reached statistical significance. The results point toward a higher degree of complexity in developmental patterns compared with results of previous studies. The study underscores the nonstatic nature of mental health disparities and highlights the potential and the need to prevent psychological maladjustment for nonheterosexual populations.


DIPF-Abteilung:
Steuerung und Finanzierung des Bildungswesens

Notizen:

last modified Nov 11, 2016