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Autor:
Döring, Thomas:

Titel:
Handlungspotentialität und Gerechtigkeit.
Ein kulturpsychologischer Zugang.

Quelle:
Saarbrücken : Conte (2003) , 249 S.

Sprache:
Deutsch

Dokumenttyp:
Monographie; Monographie/Autor

Schlagwörter:
Gerechtigkeit, Moral, Urteilsbildung, Handlungstheorie, Empirische Untersuchung, Deutschland


Abstract:
"Kontrolle" wird als "Handlungspotentialität" in weiten Teilen der Psychologie nur als Kontrolle der objektiven Umwelt entworfen, die ein rein instrumentell-beherrschendes Verständnis der Einflussnahme impliziert. Diese Sicht erscheint aus einer handlungstheoretischen Perspektive als sehr eingeengt, da alternative Formen von Handlungsmöglichkeiten nicht in den Blickpunkt geraten. Diese Alternativen werden hier durch die Analyse des Zusammenhangs von Gerechtigkeitsurteilen und der Einschätzung gesellschaftlicher Gestaltungsmöglichkeiten, die zu einer Lösung bzw. Verminderung von Umweltproblemen führen können, dargestellt. Die Basis für diese Untersuchung bilden 180 leitfadenorientierte Interviews mit Erwachsenen, die im Rahmen eines mehrjährigen DFG-Projekts zur Kontextualisierung moralischer Urteile durchgeführt wurden. Idealtypisch lässt sich ein systematischer Zusammenhang zwischen Gerechtigkeitsurteilen und Einschätzungen der Handlungspotentialität personaler und gesellschaftlicher Instanzen formulieren, der sich auch empirisch bestätigt: Moralische Urteile, die stufenweise komplexer und formaler werden, gehen einher mit einer differenzierter werdenden Sicht auf Handlungsmöglichkeiten. Durch den Bezug der Kontrolle zur kontextualisierten Moral kommen vor allem Möglichkeiten individueller und kollektiver Einflussnahme in den Blick. Durch die Arbeit wird gezeigt, dass die moralische Urteilskompetenz einen zentralen Stellenwert einnimmt, wenn personale und gesellschaftliche Handlungsstrategien fürKonfliktlösungen aufgezeigt und "eingeübt" werden sollen. Dies ist auch ein wesentliches Ziel von Bildung, die Wissen und Strategien vermittelt, um handlungsfähige Subjekte in der Gesellschaft zu ermöglichen.

Abstract(englisch):
Control as "action-potential" is largely conceived of as control of the objective environment in psychology, which implies an instrumental- mastery understanding of influence. From an action theoretical perspective this view appears to be very restricted because alternative forms of action possibilities are not taken into account. These alternatives are presented here by analysing the relationship between justice judgements and the assessment of possibilities of influencing societal conditions, which can lead to solving or alleviating environmental problems. A total of 180 semi-structured interviews with adults that were conducted over a period of several years in a project on the contextualization of moral judgements funded by the German Research Foundation are the basis of this study. From an ideal type point of view a systematic relationship between justice judgement and assessments of the action-potential of personal and societal entities can be postulated, which is also corroborated empirically: moral judgements, which become more complex and formal in a stepwise manner, are associated with a more differentiated view of action possibilities. By linking control to contextualized morality the personal and collective possibilities of influencing conditions become pivotal. The study demonstrates that the competence of moral judgements takes on a significant role when personal and societal action strategies for solving conflicts are pointed out and practised. This is also a central goal of education imparting knowledge and strategies to enable subjects to become capable of acting in society.


DIPF-Abteilung:
Bildung und Kultur

Notizen:

last modified Nov 11, 2016