Gedächtnisstrategieentwicklung bei Kindern und Jugendlichen

Veränderungen beim Lernen und bei der Gedächtnisentwicklung sind besonders deutlich während des Kindes- und Jugendalters. Im Fokus stehen dabei intraindividuelle Veränderungen und die dabei auftretenden interindividuellen Unterschiede. Das Hauptanliegen unserer Forschung ist es, die Wirkungsweise, -stärke und -richtung von Entwicklunsgmotoren wie den Gedächtnisstrategien zu identifizieren und ihre Interaktionen zu analysieren.

Ziele des Projekts sind die Identifikation von Entwicklungsveränderungen und Entwicklungsunterschieden bei der Gedächtnisstrategieentwicklung. Im Fokus stehen dabei fünf Dimensionen der Veränderung: Der Weg der Veränderung, die dabei auftauchende Variabilität, die Geschwindigkeit der Veränderung, die Breite der Veränderung (Transfer) und schließlich die zugrundeliegenden Mechanismen, die für Leistungsveränderungen und Leistungsunterschiede verantwortlich sind.
Auf der Grundlage längsschnittlicher Untersuchungen von Kindern im Alter zwischen 8 und 13 Jahren konnte in den letzten Jahren ein detaillierter Einblick in die Veränderung von basalen Gedächtnisstrategien wie dem kategorialen Organisieren und dem Wiederholen von Lernmaterial (Rehearsal) gewonnen werden. Die Befunde dieser Längsschnittstudie legen als Entwicklungsmotoren mit unterschiedlich starkem Einfluss für strategisches Verhalten das aufgabenspezifische Metagedächtnis und die Arbeitsgedächtniskapazität nahe. Die Erkenntnisse aus dieser Längsschnittstudie werden in ergänzenden (querschnittlichen und mikrogenetischen) Studien erweitert und der Einfluss zusätzlicher Entwicklungsmechanismen für den kompetenten Strategieerwerb und –gebrauch untersucht. Zu diesen Mechanismen zählen Komponenten des Arbeitsgedächtnisses, motivationale Faktoren, das Selbstkonzept, und die verfügbare Wissensbasis.

Publikationen

  • Lehmann, M. & Hasselhorn, M. (2007). Variable memory strategy use in children’s adaptive intratask learning behavior: Developmental changes and working memory influences in free recall. Child Development, 78, 1068-1082.
  • Lehmann, M., Lingen, M., & Hasselhorn, M. (2005). Zur adaptiven Qualität kumulativen Rehearsals beim freien Reproduzieren im späten Grundschulalter [The adaptive quality of cumulative rehearsal activities in free recall during late elementary school years]. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie, 37, 184-193.

Status
  • laufend
Arbeitseinheit
Bildung und Entwicklung
Projektleitung
Martin Lehmann