Schöner Wohnen

@DIPF/BBF/Institutsarchiv: DIPF_FOTO 6
Für Gäste stellte das DIPF bis in die 90er-Jahre Zimmer in der Schloßstraße zur Verfügung.

Ein Zuhause auf Zeit: Immer wieder kommen und kamen Besucher*innen aus ganz Deutschland und dem Ausland auch für längere Aufenthalte ans Institut. Ab den 60er-Jahren waren das zum einen Lehrkräfte, die von ihren Schulen für ein Jahr abgeordnet wurden, um sich fortzubilden und die wissenschaftliche Arbeit des Instituts als "Mitarbeiter*innen auf Zeit" näher kennenzulernen. Eine wirklich fortschrittliche Idee in der damaligen Zeit, die bezeugt, wie ernst das Institut seinen Bildungsauftrag nach dem 2. Weltkrieg und die wissenschaftliche Qualifizierung von pädagogischem Personal nahm. Andere Besucher*innen wiederum kamen und kommen, um an Tagungen teilzunehmen oder zu forschen. Während unsere Gäste heute eher in Hotels unterkommen, stellte das DIPF ihnen früher freundlicherweise Quartiere zur Verfügung, direkt im ehemaligen Gebäude in der Schloßstraße. Dort konnten die ermatteten Gäste schlafen, am ausklappbaren Schreibtisch Studien wälzen oder am Tisch eine Brotzeit zu sich nehmen. 

Die Studentenbewegung vor der Tür

Im Archiv findet man eine Auswahl von Fotografien der "Arbeits- und Wohnräume" aus dem Jahr 1968, von denen es sage und schreibe 20 gab. Neben dem ordentlich gemachten Bett besticht das Interior-Design durch klare Funktionalität. Wohnlich wurde die "Wohnung auf Zeit" durch heimelige Tischtextilien im Blütenprint oder den praktischen Radioempfänger zum Nachrichtenhören. Informationsbedarf gab es im Jahr 1968 genug. Unweit der Schloßstraße ging es rund an der Uni Frankfurt: die Studentenbewegung mit unzähligen Protestaktionen war in vollem Gange. Weil Büroraum fehlte, wurden alle Gästezimmer ab 1970 bis in die späten neunziger Jahre hinein schrittweise in Arbeitsräume umgewandelt. Die Daten der Gäste wurden übrigens in einem "Fremdenbuch" gesammelt, das sich ebenfalls im Archiv befindet. Der finale Eintrag darin stammt aus dem Frühjahr 1977: Der letzte Gast war ein Wissenschaftler aus Glasgow, der für vier Tage Frankfurt und das DIPF besuchte.