Schöner Wohnen
Ein Zuhause auf Zeit: Immer wieder kommen und kamen Besucher*innen aus ganz Deutschland und dem Ausland auch für längere Aufenthalte ans Institut. Beispielsweise um Weiterbildungen und Tagungen zu besuchen oder zu forschen. Während unsere Gäste heute meist in Hotels unterkommen, stellte das DIPF ihnen früher freundlicherweise Quartiere zur Verfügung, direkt im ehemaligen Gebäude in der Schloßstraße. Dort konnten die ermatteten Forschenden schlafen, am ausklappbaren Schreibtisch Studien wälzen oder am Tisch eine Brotzeit zu sich nehmen.
Die Studentenbewegung vor der Tür
Im Archiv findet man eine Auswahl von Fotografien der "Arbeits- und Wohnräume" aus dem Jahr 1968, von denen es sage und schreibe 20 gab. Neben dem ordentlich gemachten Bett besticht das Interior-Design durch klare Funktionalität. Wohnlich wurde die "Wohnung auf Zeit" durch heimelige Tischtextilien im Blütenprint oder den praktischen Radioempfänger zum Nachrichtenhören. Informationsbedarf gab es im Jahr 1968 genug. Unweit der Schloßstraße ging es rund an der Uni Frankfurt: die Studentenbewegung mit unzähligen Protestaktionen war in vollem Gange. Weil Büroraum fehlte, wurden alle Gästezimmer nach 1970 schrittweise in Arbeitsräume umgewandelt. Die Daten der Gäste wurden übrigens in einem "Fremdenbuch" gesammelt, das sich ebenfalls im Archiv befindet. Der finale Eintrag darin stammt aus dem Frühjahr 1977: Der letzte Gast war ein Wissenschaftler aus Glasgow, der für vier Tage Frankfurt und das DIPF besuchte.