7,5 Fragen an Prof. Dr. Yvonne Anders
Wenn Sie an die 75-jährige Geschichte des Instituts denken: Welcher Moment steht für Sie sinnbildlich für den besonderen Geist des DIPF?
Ich bin erst seit Januar am DIPF, aber für mich war die Gründung des IDeA-Zentrums 2008 sehr eindrucksvoll. Damit hat das Institut gemeinsam mit den Kooperationspartnern Goethe-Universität und Sigmund-Freud-Institut einen entscheidenden Schritt für die interdisziplinäre Forschung für die Förderung von Kindern mit besonderen Entwicklungsrisiken und die frühe Bildung in Deutschland getan.
Wenn das DIPF ein Mensch wäre: Welche drei Charakterzüge würde das Institut am besten beschreiben?
Für mich sind das die Neugier, stets neue Fragen rund um die Bildung in den Fokus zu nehmen, der beharrliche Wille, diese Fragen auch bestmöglich beantworten zu wollen, und die Kooperationsbereitschaft, sich für seine Projekte fundierte Partner innerhalb und außerhalb des Instituts zu suchen, um im Sinne der wissenschaftlichen Arbeiten wechselseitig voneinander zu profitieren.
Welche der vielen Veränderungen in der Bildungslandschaft hätten Sie vor ein paar Jahren selbst nicht für möglich gehalten?
Die Anerkennung der Schlüsselrolle von Selbstregulation, sozio-emotionalen Fähigkeiten und dem psychischen Wohlbefinden für Bildungsprozesse. Deren Bedeutung wurde zuletzt durch die Auswirkungen der Covid-Pandemie deutlich.
Es ist eine unbequeme Wahrheit, dass am ersten Schultag längst nicht allen Kindern noch alle Türen offenstehen – und dass zu wenig dafür getan wird, um das zu ändern.
Welche unbequeme Wahrheit über das deutsche Bildungssystem spricht man Ihrer Meinung nach viel zu selten aus?
Die Tatsache, dass am ersten Schultag längst nicht allen Kindern noch alle Türen offenstehen – und dass zu wenig dafür getan wird, um das zu ändern.
Was war der wichtigste Rat, den Sie von einem*einer Wegbegleiter*in erhalten haben und warum?
Do what you love and love what you do. Die Begeisterung für die eigenen Forschungsthemen ist für mich der Schlüssel für kreative Ideen.
In welchen Situationen haben/hatten Sie ganz besonders das Gefühl "Genau darum mache ich das"?
In vielen kleinen und großen Situationen. Besonders aber, wenn wir im Team zusammenarbeiten und ich merke, dass ich von lauter klugen, jungen Menschen umgeben bin, die ebenfalls für die Forschung und Wissenschaft brennen.
Welche Superkraft hätten Sie gerne und warum?
Ich würde gern in der Zeit reisen können, sehen, wie die Welt und das Leben in 20 Jahren aussehen. Dann wüssten wir, welche Fähigkeiten in der Zukunft tatsächlich benötigt werden.
Wenn ich an die Zukunft des DIPF denke, dann wünsche ich mir...
weiterhin den Mut, langfristige und unbequeme Fragen zu stellen, sowie die Fähigkeit zur eigenen Transformation und für einen erfolgreichen Transfer zwischen Wissenschaft und Praxis.