Folgen und Impact
Das Projekt ist beendet, aber es geht weiter. In Publikationen, Vorträgen und Workshops werden die Ideen der Schüler*innen veröffentlicht.
enorM hat Schüler*innen eine Stimme in der Debatte um die Zukunft des Lernens gegeben und ihre Ideen erfolgreich in Bildungspolitik, Forschung und Praxis eingebracht – bis hin zur Präsentation vor dem Präsidium der Kultusministerkonferenz.
Zukunftsfragen entfalten Wirkung in Bildungssystem und Politik
Das Projekt „enorM – Lernen von (über)Morgen“ wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2022 umgesetzt, wirkt jedoch deutlich über den Projektzeitraum hinaus. enorM diente nicht nur dazu Schüler*innen eine Plattform zu geben und den Austausch mit Forschenden zu ermöglichen, sondern brachte Inhalte, Formate und Perspektiven hervor, die in weiteren fachlichen, praktischen und wissenschaftlichen Kontexten aufgegriffen und weiterverwendet werden.
Schüler*innenperspektive als wirksamer Impuls für Bildungsarbeit
Ein zentrales Ergebnis von enorM war die Sichtbarmachung der Perspektiven von Kindern und Jugendlichen auf Lernen, Schule und Wohlbefinden. Die im Projekt gesammelten Fragen und Ideen machen deutlich, dass junge Menschen eine eigene Sicht auf Bildungsfragen haben, die in Bildungsdebatten bislang häufig zu wenig berücksichtigt wird.
Diese Wirkung zeigt sich auch außerhalb des Projekts. Die im Rahmen von enorM entstandenen Graphic Recordings wurden vom Bürgerrat Bildung und Lernen mehrfach bei Veranstaltungen eingesetzt, um Diskussionen zu strukturieren und Schüler*innenperspektiven anschaulich darzustellen. Damit fanden Inhalte aus enorM Eingang in einen bundesweit beachteten Beteiligungsprozess zur Zukunft von Bildung.
Die Erfahrungen aus enorM und dem Bürgerrat Bildung und Lernen zeigen deutlich, wie wertvoll echter Dialog mit Kindern und Jugendlichen für die Bildungsarbeit ist. Wenn ihre Perspektiven ernst genommen und sichtbar gemacht werden, entstehen Erkenntnisse, die sowohl pädagogische Praxis als auch politische Entscheidungen nachhaltig bereichern.
Stephan Tarnow, Planungsteam Bürgerrat Bildung und Lernen

Die im Projekt erprobten dialogischen und visuellen Formate wurden im Bürgerrat Bildung und Lernen gezielt weitergedacht. Kinder und Jugendliche waren dort gleichberechtigt an Diskussionen beteiligt, ihre Stimmen hatten das gleiche Gewicht wie die der Erwachsenen. Dieses Beteiligungsprinzip wurde auch auf schulische Kontexte übertragen.
So kamen Graphic Recordings aus enorM beispielsweise bei einem bundesweiten Aktionstag zur mentalen Gesundheit zum Einsatz. Gemeinsam mit Schüler*innen wurde dort zudem ein Podcast aufgezeichnet, in dem junge Menschen offen über persönliche Belastungen und Mobbing-Erfahrungen sprachen. Nach Einschätzung des Planungsteams entstand dadurch gerade bei sensiblen Themen eine besonders vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre.
Wirkung in Fachöffentlichkeit, Praxis und Politik
Bereits während des Projekts wurden erste Ergebnisse aus enorM veröffentlicht und in unterschiedlichen fachlichen und praktischen Kontexten diskutiert. Die Erkenntnisse des Projekts stießen auf großes Interesse in der Fachöffentlichkeit und führten dazu, dass das enorM-Team explizit zu zahlreichen Vorträgen, Workshops und Konferenzen eingeladen wurde. Die Projektergebnisse wurden auf wissenschaftlichen Tagungen präsentiert, in Sammelbänden sowie Konferenzreports veröffentlicht. Darüber hinaus war das Team für mehrere Inputs eingeladen und sprach vor und mit Bildungspraktiker*innen sowie an Bildung Interessierten, unter anderem beim Webtalk Backstage Bildung sowie beim Institut für Bildungsanalysen Baden Württemberg.
Zudem wurden zwei Workshops durchgeführt: auf der Berliner Schulleitertagung 2022 mit Schulleitungen und leitenden Lehrkräften sowie auf der EMSE-Konferenz 2023, die sich insbesondere an Akteur*innen der Bildungsadministration richtete. Diese expliziten Einladungen und die Vielfalt der Adressat*innen verdeutlichen, dass enorM nicht nur als Projektbericht wahrgenommen wurde, sondern als relevanter Impulsgeber für Fragen partizipativer Bildungs- und Transferarbeit. Aktuell bereitet das Team eine weitere Publikation vor, die die vielfältigen Impulse aus diesen unterschiedlichen Kontexten zusammenführt und reflektiert.
Das Projekt wurde in überregionalen Leitmedien, wie beispielsweise Campus Schulmanagement positiv beleuchtet. Die Projektverantwortlichen des DIPF betonten hier, dass Schüler*innen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen besonders gut erkennen, „woran es im Bildungssystem womöglich hakt“ – und dass gerade dieser Perspektivbezug für Schulentwicklung und Bildungsdiskurse wertvolle Impulse liefert. Dies unterstreicht, dass enorM nicht nur Fragen gesammelt, sondern eine relevante fachliche Stimme zur Schülersicht im Diskurs über Schulentwicklung etabliert hat.
enorM beeindruckt, weil Schülerinnen und Schüler darin ungefiltert zu Wort kommen. Besonders die O-Töne und Graphic Recordings haben gezeigt, wie greifbar die Wünsche junger Menschen werden, wenn man ihnen Raum gibt. So trägt enorM dazu bei, Diskussionen weniger abstrakt und deutlich beteiligungsorientierter zu gestalten.
Dr. Nadja Olyai, Karg-Stiftung
Ein zentrales Anliegen des Wissenschaftsjahres 2022 und eine vielfach von den beteiligten Schüler*innen geäußerte Forderung war, ihre Perspektiven auch in politische Diskussionszusammenhänge einzubringen. Dieses Ziel wurde erreicht, als im Oktober 2023 Ergebnisse aus enorM vor dem Präsidium der Kultusministerkonferenz sowie vor Stiftungen vorgestellt und in Diskussionsrunden vertieft wurden.
Nachhaltige Formate und langfristige Relevanz
Mit dem gemeinsam mit Schüler*innen entwickelten Onlinespiel „New School Tools“ entstand ein dauerhaft verfügbares Transferformat, das Ideen zum Lernen der Zukunft niedrigschwellig zugänglich macht. Ergänzt durch Podcast-Folgen und weitere Materialien bleiben die Projektergebnisse auch nach Projektende nutzbar und anschlussfähig.
Die im Projekt thematisierten Fragen – etwa zur emotionalen und mentalen Gesundheit von Schüler*innen – haben seit der Projektlaufzeit nicht an Aktualität verloren. Im Gegenteil: Die Stimmen der Kinder und Jugendlichen aus enorM machen sichtbar, wie stark diese Themen ihr eigenes Leben betreffen und wo aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht.
Beiträge, die wichtige gesellschaftliche Themen sichtbar machen und dabei nicht nur das Thema, sondern auch die Perspektiven der Kinder in den Fokus rücken, sind für die Bildungsarbeit enorm wertvoll.
Stephan Tarnow, Planungsteam Bürgerrat Bildung und Lernen
Kurzum
enorM hat gezeigt, dass die systematische Einbindung von Schüler*innenperspektiven konkrete Wirkungen entfalten kann: in der Weiterentwicklung von Transfer- und Beteiligungsformaten, in fachlichen und politischen Bildungsdiskursen sowie in der Anerkennung von Kindern und Jugendlichen als relevante Akteur*innen bei der Gestaltung von Bildung. Die im Projekt entstandenen Inhalte und Formate wirken über den Projektzeitraum hinaus und wurden und weiteren Kontexten aufgegriffen und weitergeführt.