Die Ergebnisse

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Viele begrüßten die neuen Möglichkeiten, doch die Umsetzung stellte Schulen vor Herausforderungen. Denn mit der zunehmenden Flexibilität wächst auch der organisatorische Aufwand und der Wunsch nach mehr Unterstützung und Vorgaben. Die NEOS-Studie zeigte, wo die Reform bereits wirkt und wo nachgesteuert werden muss.

Licht und Schatten: Mehr Flexibilität, mehr organisatorischer Aufwand 

Auf die Ergebnisse unserer Befragungen und Auswertungen waren wir natürlich sehr gespannt. Ich erinnere mich noch gut daran, wie mein Projektkollege und ich bereits während der laufenden Erhebung erste Blicke in die Antworten der Schulleitungen und Lehrkräfte warfen. Schnell wurde deutlich: Es gibt Licht und Schatten.

Positiv wurde vor allem die neue Flexibilität bewertet:

  • Über 90 Prozent der Schulleitungen und mehr als zwei Drittel der Lehrkräfte hielten die Niveaudifferenzierung für den richtigen Schritt: Sie berücksichtige die unterschiedlichen Lernvoraussetzungen und Interessen der Schüler*innen besser.
  • Die Neuerungen würden nach Einschätzung der Befragten auch von den Schüler*innen gut angenommen.
  • Das Profilseminar wurde von fast 90 Prozent der Schulleitungen als Bereicherung für fächerverbindendes und projektbezogenes Lernen wahrgenommen.
  • Einige forderten eine noch stärkere Flexibilisierung, etwa durch Reduktion auf lediglich ein Kernfach im erhöhten Anforderungsniveau.

Herausforderungen traten vor allem auf organisatorischer Ebene auf:

  • Rund die Hälfte der Schulleitungen und Lehrkräfte berichtete von deutlich erhöhtem schulorganisatorischem Aufwand, etwa bei Stundenplänen, Kurseinteilung und Personalplanung.
  • Viele Lehrkräfte zeigten sich zudem unsicher hinsichtlich der Leistungsanforderungen, Unterrichtsgestaltung und Bewertungsmaßstäbe in den verschiedenen Niveaustufen und wünschten sich verbindlichere Vorgaben und stärkere Unterstützung.

Zwei Personen stehen im einem Veranstaltungsraum vor einem Whiteboard mit beschriebenen ZettelnDie Ergebnisse der NEOS-Studie wurden auf einem Fachtag vorgestellt und diskutiert.

Ein weiterer wesentlicher Befund: Laut Einschätzung der Lehrkräfte verfügt ein erheblicher Teil der Schüler*innen nicht über die Voraussetzungen, um die Lernziele zu erreichen – auf beiden Niveaustufen. Damit rückten auch die Schuljahre vor dem Übertritt in die gymnasiale Oberstufe ins Blickfeld. Diese Einschätzungen betrafen nicht nur coronabedingte Lernrückstände: Über drei Viertel der Lehrkräfte gaben an, die Lernvoraussetzungen hätten sich bereits in den Jahren vor der Pandemie in spürbar verschlechtert.

Zugleich kritisierten viele Lehrkräfte eine hohe Belastung der Schüler*innen, etwa lange Schultage und zu wenig Zeit für außerschulische Aktivitäten und Regeneration.

Unsere Auswertung der schulstatistischen Angaben ergab zudem Geschlechterunterschiede: Während Fünf-Stunden-Kurse in Deutsch eher von Mädchen belegt wurden, wählten Jungen häufiger Mathematik. Diese Differenzen und ihre Auswirkungen auf den weiteren Bildungsverlauf und Werdegang nach dem Abitur verdienen weitere Beachtung.

Unsere Ergebnisse wurden auch von der Ministeriumsseite mit Spannung erwartet und im Juni 2024 veröffentlicht. In der zugehörigen Pressemitteilung zog Ministerin Prien das Fazit:

Das Ergebnis der Evaluation zeigt, dass wir in Schleswig-Holstein bei der Gestaltung des Weges zum Abitur und zur Fachhochschulreife auf dem richtigen Weg sind.

Wo Entlastungen vorgenommen werden können, werde im kommenden Diskussionsprozess noch eine wichtige Rolle spielen.

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