Die Vorgeschichte

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Eine Aula, ein Vortrag und ein Anstoß zur Forschung – so begann die NEOS-Studie. Bis dahin gab es wenig datengestützte Erkenntnisse darüber, wie Reformen der gymnasialen Oberstufe wirken. Mit dem Start der wissenschaftlichen Begleitung der Bildungsreform in Schleswig-Holstein sollte sich das ändern.

Oberstufenreform? Mit wissenschaftlicher Begleitung!

Wie es sich manchmal fügt: Eigentlich hatte sich das Bildungsministerium Schleswig-Holstein an einen Kollegen der Universität Tübingen gewandt – es ging um einen Vortrag auf einer Schulleitungsveranstaltung in Kiel. Dort wollten sich die damalige Ministerin Karin Prien (heute Bundesministerin) und Vertreter*innen verschiedener Fachabteilungen mit den Schulleitungen zu den geplanten Veränderungen der Ausgestaltung der gymnasialen Oberstufe austauschen. Da mein Kollege verhindert war, empfahl er mich – und so fand ich mich an einem Samstagvormittag im Januar 2019 am Redepult der voll besetzten Aula der Max-Planck-Schule in Kiel wieder.

Marko Neumann steht an einem Pult und hält einen Vortrag bei der SchulleitungsveranstaltungMarko Neumann am Redepult

Ich referierte zu Reformen in der Oberstufe und darüber, was wir empirisch – also datengestützt – dazu sagen können. Und das war leider nicht sehr viel, zumindest gemessen an dem, was wir eigentlich alles gerne wüssten. Ein Grund dafür ist, dass viele Bildungsreformen politisch umgesetzt werden, ohne wissenschaftlich begleitet zu werden. So ist schwer einzuschätzen, ob sie ihre Ziele erreichen, erhoffte Wirkungen ausbleiben oder möglicherweise sogar unerwünschte Nebenwirkungen verursachen. Für die gymnasiale Oberstufe gibt es besonders wenige Studien – deutlich weniger als etwa für den Grundschulbereich oder die Sekundarstufe I.

Da ich zur gymnasialen Oberstufe und zum Abitur promoviert habe, freute ich mich sehr über das Interesse an der Thematik. Noch erfreuter war ich, als die Ministerin am Ende der Veranstaltung verkündete, man wolle die angedachten Neuerungen wissenschaftlich begleiten lassen.

Bis es konkreter wurde, verstrich einige Zeit. Die Einführung der neuen Oberstufe verzögerte sich – nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie. 2022 wurde die wissenschaftliche Begleitung der neuen Oberstufe schließlich ausgeschrieben und das DIPF erhielt den Zuschlag. Damit startete offiziell die NEOS-Studie (NEOS = NEUE OBERSTUFE).

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