Im Büro von DIPF-Direktorin Mareike Kunter sorgen eine hinduistische Gottheit und eine hellblaue Wasserkaraffe für eine fast schon meditative Arbeitsstimmung.
Hereinspaziert ins Büro von DIPF-Direktorin Mareike Kunter in Frankfurt im neunten Stock mit wunderbarem Blick auf den Taunus und die schönsten Sonnenuntergänge. Hier hat die Leiterin der Abteilung Lehr- und Lernqualität in Bildungseinrichtungen (LLiB) mit ihrem Team stets die Qualität und Wirkung von pädagogischen Bildungsprozessen im Blick – und lässt sich dabei sogar von einem bekannten Elefantengott unterstützen.
Eine kleine Figur der Gottheit Ganesha steht direkt neben ihrem Computer auf dem Schreibtisch und erinnert Mareike Kunter immer daran, dass es in der Forschung wie auch im Leben ganz oft darum geht, Hindernisse aus dem Weg zu räumen, bevor gute Dinge angestoßen werden können. "Ganesha ist der Gott der Weisheit und er steht für die Beseitigung von Hindernissen.", erklärt die Pädagogin.
Schreibtage und der erste Satz
Ihren Bürotag strukturiert sie gerne gut durch, zum Beispiel mit vielen Notizen auf Zettelblöcken. "Da liebe ich es altmodisch analog.", sagt sie. Mareike Kunter startet den Bürotag außerdem immer mit dem gleichen Ritual: Sie füllt sich ein hellblaues, antiquarisches Gefäß aus Schweden mit Wasser zum Trinken auf. Dessen ungewöhnliche Form sorgt immer mal wieder für Verwirrung unter den Kolleg*innen, die es gern mal schmunzelnd als "Vase" bezeichnen. Als Mutter von zwei Kindern, die forscht, lehrt und publiziert, richtet sich die Wissenschaftlerin "Schreibtage" ein, an denen sie sich Zeit nimmt, intensiv an Texten zu arbeiten.
Rosa Luxemburg und die Eintracht
Dabei hilft ihr ein gerahmter Spruch aus Paul Silvias Buch "How to write a lot", den ihr einmal eine Kollegin geschenkt hat. "Your first drafts should sound like they were hastily translated from Icelandic by a nonnative speaker.", lautet dieser und erinnert daran, dass man auch bei wissenschaftlichen Texten ruhig einfach mal drauflos schreiben soll, bevor man dann in die intensive Kleinarbeit geht. Das macht die Hürde vor dem ersten Satz kleiner und steigert die Motivation ungemein, ein neues Projekt zu starten.
Ein Katzenbild vom Patenkind, Fotos ihrer Familie und ein Rosa-Luxemburg-Poster umgeben sie außerdem in ihrem DIPF-Büro. Und dann liegt da noch ein mit Fotos beklebter Fußball im Regal. Was es damit auf sich hat? "Das war ein Abschiedsgeschenk meiner Kolleg*innen am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin, als ich nach Frankfurt an die Goethe-Uni gegangen bin.", erzählt Mareike Kunter. Ein wirklich passendes Geschenk, schließlich mag die Pädagogin Fußball und geht auch mal zu Eintracht-Spielen ins Stadion.