DIPF-Chronik: 75 Jahre für die Bildung
Seit 75 Jahren trägt das DIPF durch Forschung und wissenschaftliche Infrastrukturleistung dazu bei, Qualität und Gelingensbedingungen von Bildung in Deutschland zu verbessern.
25. Oktober 1951
Geburtsstunde der Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung
Auf Beschluss der hessischen Landesregierung wird die Hochschule für Internationale Pädagogische Forschung (HIPF) als rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts gegründet. Am Gründungsprozess waren maßgeblich die amerikanische Militärbehörde, das Land Hessen (Erwin Stein, 1948 Minister für Erziehung und Volksbildung) und die Stadt Frankfurt am Main beteiligt.
1951 bis 1956
Erster Direktor: Prof. Erich Hylla
Erich Hylla prägt als erster Direktor und Professor für pädagogische Psychologie die Forschungsausrichtung in den Anfangsjahren der HIPF.
1963
Aus HIPF wird DIPF
Die HIPF wird in Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung umbenannt und erhält eine neue Satzung. Seine Aufgabe ist nun die praxisbezogene empirische Bildungsforschung im internationalen Vergleich.
1977-1990
Weg in die Leibniz-Gemeinschaft
Seit Januar 1977 wird das DIPF gemeinsam von Bund und Ländern gefördert. Damit zählt es zu einer Gruppe außeruniversitärer Forschungseinrichtungen, deren Arbeit der Wissenschaftsrat ab 1979 regelmäßig auf überregionale Bedeutung und gesamtstaatliches Interesse überprüft. Daraus entsteht 1990 die Vorgängerin der jetzigen Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (Leibniz-Gemeinschaft), deren Evaluation heute der unabhängige Leibniz-Senat durchführt.
1992
Gründung der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung
Nach der Wiedervereinigung übernimmt das DIPF Teile der ehemaligen Akademie der Pädagogischen Wissenschaften der DDR sowie die in der DDR gegründete Pädagogische Zentralbibliothek inklusive der Bestände der „Deutschen Lehrerbücherei“. Die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung entsteht und wird zum zweiten Standort des DIPF in Berlin.
1993
It's a match: DIPF & Goethe-Universität
Mit der Partnerschaft zwischen Johann Wolfgang Goethe-Universität und DIPF soll der wissenschaftliche Erfahrungsaustausch gestärkt, Berufungen und Forschungsvorhaben gemeinsam durchgeführt und der wissenschaftliche Nachwuchs gefördert werden. Es folgen weitere Kooperationsverträge, z. B. mit der Hochschule Darmstadt, der Humboldt-Universität zu Berlin und anderen Universitäten.
1999
Einzug des Deutschen Bildungsservers
Der auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und als Projekt der Humboldt-Universität zu Berlin entstandene Deutsche Bildungsserver geht 1996 online und wird 1999 am DIPF angesiedelt. Er feiert 2026 sein 30-jähriges Bestehen.
2000
Ausbau der Bildungsinformation
Dr. Beate Tröger wird Leiterin des Servicebereichs für Bildungsinformation: das Informationszentrum Bildung (IZB) entsteht.
Mai 2006
Deutschlands Bildungssystem auf dem Prüfstand
Das DIPF koordiniert den alle zwei Jahre publizierten Nationalen Bildungsbericht „Bildung in Deutschland“. Er liefert auf der Grundlage von Indikatoren eine empirische Bestandsaufnahme des deutschen Bildungswesens vom frühkindlichen Bereich bis zur Weiterbildung. Zum 20. Jubiläum in diesem Jahr erscheint seine elfte Ausgabe.
24. Juni 2008
Gründung des IDeA-Zentrums
Das DIPF gründet im Rahmen der hessischen Exzellenz-Initiative LOEWE gemeinsam mit der Goethe-Universität und dem Sigmund Freud-Institut das IDeA-Zentrum (IDeA – Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk). Frühe Bildung wird damit ein weiteres zentrales Forschungsthema des DIPF, was die Verstetigung des Zentrums im Jahr 2013 untermauert.
2009
PISA am DIPF
Das DIPF übernimmt 2009 das Projektmanagement für das Programme for International Student Assessment in Deutschland. Seitdem beteiligt sich das Institut auf nationaler und internationaler Ebene an der Konzeption und Auswertung der PISA-Studien, mit denen die Kompetenzen von 15-jährigen Schüler*innen in den Bereichen Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften in rund 80 Ländern erfasst werden.
2010
Testen im digitalen Zeitalter
Das Zentrum für technologiebasiertes Assessment (TBA) wird verstetigt. Die hier entwickelten Programme zum computerbasierten Testen nutzen u. a. große internationale Studien wie PISA, PIAAC oder das Nationale Bildungspanel NEPS.
2013
Zentrale Stelle für Forschungsdaten
Das DIPF wird gemeinsam mit dem „GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften“ und dem „Institut zur im Bildungswesen“ (IQB) beauftragt, Forschungsdaten der empirischen Bildungsforschung zu sichern. Das Institut übernimmt die Koordination des „Verbund Forschungsdaten Bildung“, der als zentrale Stelle Forschungsdaten und -instrumente archiviert, bereitstellt und zum Forschungsdatenmanagement berät.
2015
Fachinformationsdienst „Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung“
Im Rahmen des vom Institut bereitgestellten Fachportals Pädagogik baut ein Konsortium aus wissenschaftlichen Bibliotheken und Fachinformationseinrichtungen den „Fachinformationsdienst (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung“ auf. Forschende können nun überregional auf internationale Fachliteratur zugreifen, die in keiner deutschen Bibliothek ausleihbar ist.
2018
Neuer Name, neues Zuhause
Das Institut wird in DIPF I Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation umbenannt. Damit verweist es auf die Vielfalt seiner Arbeitsfelder und betont die Zugehörigkeit zur Leibniz-Gemeinschaft. In Frankfurt am Main wird der Neubau auf dem Campus Westend bezogen. Hier arbeiten nun alle Frankfurter Beschäftigten unter einem Dach zusammen.
2026
75 Jahre DIPF
Das DIPF blickt zurück: 75 Jahre empirische Bildungsforschung, digitale Infrastruktur und Wissenstransfer, die das Bildungswesen verbessern und der Gesellschaft nutzen sollen. Diesem Anspruch will das Institut auch in Zukunft gerecht werden.