Folgen und Impact

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Die NEOS-Studie hat Bewegung in die Reform gebracht. Ab 2025/26 gilt in Schleswig-Holstein eine angepasste Kursstruktur in der Oberstufe. So sollen etwa weniger Schulstunden pro Woche Schüler*innen sowie Lehrkräfte entlasten und den organisatorischen Aufwand der Schulen reduzieren.

Aus der Forschung in die Praxis: Entlastung durch reduzierte Stundenzahl

Die Ergebnisse der NEOS-Studie hatten spürbaren Einfluss auf die Weiterentwicklung der Oberstufe in Schleswig-Holstein. Im Oktober 2024 fand erneut ein Fachtag zur Weiterentwicklung der Oberstufe mit den Schulleitungen der Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mit Oberstufe statt, natürlich wieder an einem Samstag in der Max-Planck-Schule Kiel – hier schließt sich der Kreis.

Das zuständige Ministeriumsreferat hatte im Vorfeld ein Diskussionspapier mit angedachten Anpassungsvorschlägen zur Ausgestaltung der Oberstufe erarbeitet und an verschiedene Interessenvertretungen (u.a. der Schulleitungen, Lehrkräfte, Schüler*innen und Eltern) versendet. Die Ergebnisse der NEOS-Studie wurden darin ausdrücklich berücksichtigt. Beim Fachtag präsentierten wir zentrale Befunde und diskutierten sie gemeinsam mit den Teilnehmenden in einem Workshop.

Eine wesentliche Änderung hat die schleswig-holsteinische Bildungsverwaltung bereits beschlossen:

Künftig müssen Schüler*innen nur noch eines der drei Kernfächer fünfstündig, d.h. auf erhöhtem Anforderungsniveau belegen – zusammen mit dem Profilfach ergibt das zwei fünfstündige Fächer. Das hat zur Folge, dass auch in der Abiturprüfung nur noch zwei Fächer auf erhöhtem Anforderungsniveau geprüft werden. Diese Regelungen entsprechen der Praxis in mehreren anderen Bundesländern und sollen zur besseren Vergleichbarkeit des Abiturs beitragen.

Das Ministerium rechnet damit, dass die neue Regelung die wöchentliche Unterrichtszeit in den Kernfächern um vier Stunden pro Schuljahr senkt. Die Schüler*innen besuchen in den Jahrgangsstufen Q1 (Qualifikationsphase 1) und Q2 (Qualifikationsphase 2) jede Woche zwei Pflichtstunden weniger. Damit wird auch die Schulorganisation entlastet, weil Stundenpläne einfacher erstellt und weniger Klassenräume gleichzeitig benötigt werden. Außerdem müssen Fachlehrkräfte weniger korrigieren und werden so entlastet. Die Neuregelung gilt erstmals für Schüler*innen, die im Schuljahr 2025/26 in die Qualifikationsphase der Oberstufe eintreten.

Oliver Claussen, Bildungsministerium Schleswig-Holstein

Damit stellen sich viele neue Fragen: 

  • Werden die Schüler*innen tatsächlich eine Entlastung spüren? 
  • Welche Auswirkungen hat die Reform auf Kurswahlverhalten, Kompetenzentwicklung, Studienwahl und Berufsorientierung? 

Dies wären nur einige der Fragen, die es zu untersuchen gilt. Die wissenschaftliche Begleitung fortzuführen oder auszuweiten ist bisher zwar nicht geplant – aber wer weiß schon, wie es sich manchmal fügt. 

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