Das Projekt

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Detail Beschreibung

Mit Profilseminaren und individueller Fächerwahl zielte die Reform auf mehr Flexibilität in der Oberstufe. Anhand von Online-Befragungen, Interviews und schulstatistischen Daten analysierte die NEOS-Studie, wie Schulleitungen und Lehrkräfte die Neuerungen umsetzen und welche Unterstützung sie dabei benötigen.

Flexibilität, Profilschärfung und neue Lernformen

Ein Kernziel der Reform bestand darin, an den Oberstufen von Gymnasien und Gemeinschaftsschulen mehr individuelle Schwerpunktsetzungen und neue Lernformen zu ermöglichen. Zwei zentrale Neuerungen waren:

(1) Flexible Niveaus in den Kernfächern
Schüler*innen können zwei der drei Kernfächer (Deutsch, Mathematik und fortgeführte Fremdsprache) auf erhöhtem Anforderungsniveau (jeweils fünf Wochenstunden) belegen, das dritte auf grundlegendem Anforderungsniveau (drei Wochenstunden). Bislang waren landesweit für alle drei Fächer und für alle Schüler*innen einheitlich vier Wochenstunden auf erhöhtem Anforderungsniveau vorgesehen. Hinzu kommt ein fünfstündiges Profilfach (statt bisher vier Stunden) aus den jeweiligen Profilbereichen der Schule.

(2) Einführung von Profilseminaren
Die Schulen können nun fächerübergreifende Seminare anbieten, in denen die Schüler*innen eigene Projekte durchführen, eigenständig sowie im Team arbeiten und so besser auf ein Studium vorbereitet werden sollen.

Daraus ergab sich die leitende Fragestellung der NEOS-Studie: Wie werden die Neuerungen in der Oberstufe an den Schulen aufgenommen, in welcher Weise machen die schulischen Akteur*innen (insbesondere Schulleitungen und Lehrkräfte) von den neuen Gestaltungsmöglichkeiten Gebrauch und an welchen Stellen bestehen Herausforderungen, zusätzliche Unterstützungsbedarfe und Optimierungspotenziale?

Ziel war es, steuerungsrelevante Informationen zu Akzeptanz, Umsetzung, Erfolgseinschätzung und schulischen Unterstützungsbedarfen sowie Erkenntnisse zu eventuellen Nachsteuerungen bereitzustellen.

Kernbestandteile der NEOS-Studie waren Online-Befragungen von Schulleitungen und Lehrkräften auf freiwilliger Basis, deren Fragebögen wir mit dem Ministerium sowie mit einigen Schulleitungen und Lehrkräften abgestimmt und pilotiert haben. Ergänzend führten wir vertiefende Interviews mit Schulleitungen und Lehrkräften an vier Schulen durch. Dieser direkte Kontakt mit den Akteur*innen war für uns sehr wichtig, um authentische Eindrücke aus den Schulen zu bekommen und mögliche blinde Flecken unserer Online-Befragungen zu identifizieren. Zusätzlich analysierten wir schulstatistische Daten, etwa zu den Kurswahlen der Schüler*innen.

Marko Neumann sitzt in einem Stuhlkreis in einem Klassenzimmer und diskutiert mit einer weiteren PersonDer direkte Austausch in den Schulen ergänzte die Online-Befragungen.

Die Befragungen fanden rund sechs Monate nach Eintritt in die neu gestaltete Qualifikationsphase der Oberstufe statt – also in der Frühphase der Reform. Gerne hätten wir auch die Schüler*innen einbezogen und im Idealfall mehrere Jahrgänge vor und nach der Reform befragt und hinsichtlich ihrer Kompetenzstände getestet. Aber dies ließ sich letztlich mit den vorgesehenen Mitteln nicht realisieren. Die Perspektiven der Schulleitungen und Lehrkräfte bilden dennoch eine solide Grundlage für die Bewertung des Reformstarts.

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