Kunst, die (Substantiv, feminin)
Kunst am DIPF, aber ja! Wenn man mal genauer hinsieht, entdeckt man sie an vielen Ecken. Wer das DIPF-Gebäude am Campus Westend in Frankfurt betritt und nach unten blickt, dem fallen sofort die Hickelkästchen (oder auch: Hüpfkästchen) aus Messing auf, die dort in den Boden eingearbeitet sind. Nicht selten hüpft sich hier ein DIPFling zurück in Schulzeiten. Und auch Gäste lassen sich zum schnellen Sprung zwischendurch verleiten. Ähnlich verspielt ist die Skulptur "HulaHoop" im Innenhof des Gebäudes. Rote Reifen türmen sich in diesem dynamischen Objekt in den Himmel. Beide Werke stammen von Wolfgang Winter und Bertholdt Hörbelt aus Frankfurt, die sich als Künstler-Duo "Winter / Hörbelt" einen Namen gemacht haben.
Kurios ist die Holzskulptur eines nackten Mannes im dritten Stock. Dessen Identität lässt sich nach vielen Jahrzehnten nicht mehr nachverfolgen. Er stand bereits im alten DIPF-Gebäude, landete in einem Büro in der Verwaltung, kam dann auf seinen neuen Platz im Flur, wo er regelmäßig Besuchende erschreckt. Dass sich die deutsche Pädagogik bis ins 20. Jahrhundert hinein stark an einzelnen Persönlichkeiten orientierte – und dass es sich dabei durchweg um Männer handelte –, wird in den Büsten und Reliefs der BBF in Berlin deutlich. Vertreten sind unter anderem Johann Amos Comenius, Adolf Diesterweg, Heinrich Pestalozzi und Adolf Reichwein. Im Zuge der Neugestaltung der Bibliotheksräume wurde dieser Umstand mit einem augenzwinkernden Kommentar versehen: Hier steht ein Relief Adolf Diesterwegs, das ursprünglich die Fassade des Neubaus des Berliner Lehrervereins am Alexanderplatz schmückte, wo einst die Deutsche Lehrerbücherei als Vorläufer der BBF untergebracht war. Das Relief ist nun im Saal der historischen Zeitschriften auf einer Holzkonstruktion so platziert, dass die Nutzer*innen förmlich wie auf einen Altar darauf zugehen.