7,5 Fragen an Prof. Dr. Marc Rittberger
Wenn Sie an die 75-jährige Geschichte des Instituts denken: Welcher Moment steht für Sie sinnbildlich für den besonderen Geist des DIPF?
Vielleicht kein expliziter Moment, aber ich finde es bemerkenswert, wie es dem Institut immer wieder gelingt, sich zu erneuern und auf veränderte Gegebenheiten einzustellen. Für mich steht der Frankfurter Institutsstandort sinnbildlich dafür: Mitte der 90er Jahre war das alte Gebäude im Stadtteil Bockenheim in keinem guten baulichen und technischen Zustand. Mit dessen Runderneuerung gelang anschließend ein wesentlicher Schritt nach vorne. Und spätestens mit dem Neubau auf dem Campus Westend stehen dem DIPF nun exzellente Bedingungen für seine wissenschaftliche Arbeit und die Vernetzung mit Partner*innen zur Verfügung.
Wenn das DIPF ein Mensch wäre: Welche drei Charakterzüge würden das Institut am besten beschreiben?
Ich bewundere das ausgesprochen gute Klima unter den Beschäftigten und deren Zufriedenheit mit ihrer Arbeit. So gelingt es uns immer wieder, exzellente Kolleg*innen nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig zu halten. Das DIPF ist dadurch sehr engagiert, offen und nicht zuletzt thematisch breit aufgestellt.
Welche der vielen Veränderungen in der Bildungslandschaft hätten Sie vor ein paar Jahren selbst nicht für möglich gehalten?
Es war doch sehr erstaunlich, wie die Pandemie die lange Zeit nur zögerlich angegangene Digitalisierung mit hoher Dynamik in Gang gebracht hat. Das hat die Kommunikationsmöglichkeiten und -chancen ebenso wie den Informationsaustausch und die Informationsversorgung deutlich verbessert. Dadurch hat beispielsweise das Thema Open Science im Wissenschaftsbetrieb merklich an Bedeutung gewonnen.
Welche unbequeme Wahrheit über das deutsche Bildungssystem spricht man Ihrer Meinung nach viel zu selten aus?
Trotz erheblicher Bemühungen und auch einiger Fortschritte im Schul- und Kita-Bereich erreichen zu viele junge Menschen grundlegende Kompetenzziele nicht. Offensichtlich gibt es weitere Faktoren und Umstände, die bei der Bildung von Kindern und Jugendlichen von Bedeutung sind, aber durch staatliches Handeln nur schwer und sehr langsam beeinflusst werden können.
Ich wünsche mir, dass die beiden Bereiche Bildungsforschung und Forschungsinfrastrukturen weiter gemeinsam ihre Stärken nutzen.
Was war der wichtigste Rat, den Sie von einem*einer Wegbegleiter*in erhalten haben und warum?
Dass wesentliche Teile von institutionellem Erfolg davon abhängen, sehr gute Beschäftigte auszuwählen und diesen möglichst viel Freiheiten und Verantwortung für Ihr Arbeit zu geben. Am DIPF konnten wir immer wieder sehen, welch innovative Leistungen dadurch möglich werden.
In welchen Situationen haben/hatten Sie ganz besonders das Gefühl "Genau darum mache ich das"?
Im Zuge der Erhöhung des Budgets des DIPF durch sogenannte Sondertatbestände! Denn dabei hat sich die engagierte und hochwertige Arbeit der Beschäftigten ausgezahlt und sie konnten dauerhaft beschäftigt werden – zum Beispiel im TBA-Zentrum, beim Fachportal Pädagogik, beim IDeA-Zentrum und zuletzt im Themenfeld Forschungsdaten.
Welche Superkraft hätten Sie gerne und warum?
Einer Fernsehserie aus meiner Kindheit folgend, würde ich gerne die Fähigkeit haben, mich an einen anderen Ort zu „beamen“, um Zeit bei Dienstreisen zu sparen und Freunde in aller Welt umstandslos besuchen zu können.
Wenn ich an die Zukunft des DIPF denke, dann wünsche ich mir...
dass die beiden Bereiche Bildungsforschung und Forschungsinfrastrukturen weiter gemeinsam ihre Stärken nutzen.