„Das falsche Signal“

„Das falsche Signal“
Adobe Stock

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Bildungsverwaltung (DGBV) kritisiert das derzeit verstärkt angebotene Mittel der freiwilligen Klassenwiederholung.

In verschiedenen Bundesländern ist es nun möglich, das Schuljahr freiwillig zu wiederholen. So sollen Schüler*innen, bei denen im Zuge der Covid-19-Pandemie erhebliche Lernrückstände entstanden sind, Gelegenheit erhalten, diese wieder aufzuholen. Der Vorstand der DGBV, dem unter anderem Prof. Dr. Kai Maaz vom DIPF angehört, kritisieren diesen Ansatz in einem Gastbeitrag im Blog von Fachjournalist Jan-Martin Wiarda als „das falsche Signal“. Sie führen unter anderem an, dass die Verantwortung für den Umgang mit der Pandemie nicht von den Schulen an die Eltern übertragen werden dürfe –  denn diese müssten dann ja über die Klassenwiederholung ihrer Kinder entscheiden – und dass man nicht ausblenden dürfe, welche psychoemotionale Belastungen ein solcher Schritt für die Kinder und Jugendlichen mit sich bringe.

Stattdessen plädiert der DGBV-Vorstand dafür, auf Klassenwiederholungen zu verzichten, „um den Schüler*innen mindestens ein weiteres Schuljahr Zeit zu geben, ihre Lernrückstände im Klassenverband aufzuholen“. Dazu bräuchte es zudem differenzierte Diagnoseinstrumente und Förderkonzepte, eine umfassende Fortbildung der Lehrkräfte und eine Anerkennung der psychoemotionalen Folgen der Pandemie, so die Expert*innen.

Der gesamte Gastbeitrag der DGBV im Blog von Jan-Martin Wiarda