Besonders begabte Grundschüler*innen in Hessen: Wissenschaftliche Begleitung der Hector-Kinderakademien startet

Ab dem kommenden Schuljahr werden in Hessen an Hector Kinderakademien besonders begabte Grundschüler*innen gefördert. Landesweit sollen etwa hundert solcher Akademien entstehen. Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation übernimmt zusammen mit dem Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen die Aufgabe, regionale Koordinator*innen zu qualifizieren und die Kinderakademien wissenschaftlich zu begleiten. Die ersten Kurse für die Regionalkoordinator*innen haben jetzt begonnen.

In Baden-Württemberg bieten Hector Kinderakademien seit mehr als zehn Jahren zusätzliche Förderangebote für Grundschüler*innen an – an 68 Standorten mit jährlich etwa 23.000 Kindern. Auch dort ist das DIPF zusammen mit dem Hector-Institut unter anderem für die wissenschaftliche Begleitung zuständig. „In dieser Zeit haben wir viel Wissen und praktische Erfahrung gesammelt, mit welchen Kursangeboten und Methoden besonders begabte Kinder am besten gefördert werden können“, sagt Prof. Dr. Marcus Hasselhorn vom DIPF, Co-Leiter des Projekts „Hector Qualifizierung – Qualifizierung der Koordinationsverantwortlichen für Hector Kinderakademien in Hessen“. „Damit wird auch in Hessen eine Gruppe von Schüler*innen in den Blick genommen, die in der Breite bisher noch nicht so stark von individueller Förderung profitiert. Diesen Bedarf sollen die Kinderakademien nun abdecken.“ Das Hessische Kultusministerium und die Hector Stiftung II haben dazu erst kürzlich eine Kooperationsvereinbarung geschlossen.

Etwa zehn Prozent aller hessischen Grundschulkinder sollen mit den Kinderakademien erreicht werden. Die Förderangebote haben einen Schwerpunkt im mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Bereich, ohne den sprachlichen und den künstlerisch-ästhetischen Bereich auszuklammern. „Dabei verfolgen wir die Methode des so genannten Enrichment“, erläutert Dr. Katharina Grunwald, die das Projekt am DIPF zusammen mit Professor Hasselhorn leitet. „Die Kinder erhalten spannende und altersgemäße Kursangebote, die unabhängig vom Lernstoff an der Schule sind und somit dem regulären Unterricht nicht vorweggreifen.“

In dem Projekt werden Regionalkoordinator*innen dafür qualifiziert, ein Netz von Kinderakademien aufzubauen, Kursangebote zu planen und umzusetzen sowie die Kursleiter*innen inhaltlich und pädagogisch zu begleiten. Darüber hinaus entwickeln das DIPF und das Hector-Institut neue Kursangebote und überprüfen wissenschaftlich deren Wirksamkeit. Ebenso soll das Gesamtprogramm evaluiert und seine Wirksamkeit und Effizienz untersucht werden. Die Hector Stiftung II finanziert diese Projektaktivitäten.

Kontakt

Fachliche Ansprechpartnerin:  
Dr. Katharina Grunwald, +49 (0)69 24708-839, Z3J1bndhbGRAZGlwZi5kZQ==

Presse:
Anke Wilde, +49 (0)69 24708-824, d2lsZGUuYW5rZUBkaXBmLmRl, cHJAZGlwZi5kZQ==

Über das DIPF

Das DIPF ist das Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation mit Standorten in Frankfurt am Main und in Berlin. Es will dazu beitragen, Herausforderungen in der Bildung und für das Erforschen von Bildung zu bewältigen. Dafür unterstützt das Institut Schulen, Kindertagesstätten, Hochschulen, Wissenschaft, Verwaltung und Politik mit Forschung, digitaler Infrastruktur und Wissenstransfer. Übergreifendes Ziel seiner Aktivitäten ist eine qualitätsvolle, verantwortliche, international anschlussfähige und Gerechtigkeit fördernde Bildung, die zudem bestmöglich erforscht werden kann.