Möglichkeiten für das Lernen in der Zukunft spielerisch entdecken

In einem frei verfügbaren Onlinespiel können Interessierte jetzt Ideen kennenlernen, wie man das Lernen zukünftig weiterentwickeln könnte. Entstanden sind die Ideen und das Spiel im Projekt „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation. In dem BMBF-Projekt im Rahmen des „Wissenschaftsjahrs 2022 – Nachgefragt!“ haben sich Schüler*innen und Forschende in zahlreichen Formaten zum Beispiel über neue Unterrichtsfächer oder digitale Lernunterstützung ausgetauscht. Einen Eindruck vermittelt ein weiteres Angebot von enorM: Podcast-Interviews von Schüler*innen mit Wissenschaftler*innen.

Sozial ungleiche Bildungschancen: Das ist der Forschungsstand

Ob in der frühkindlichen Bildung, in der Schule, in der beruflichen Ausbildung oder im Hochschulbereich: Der soziale Hintergrund der Lernenden übt stets einen Einfluss auf ihren Bildungserfolg aus. Die dazu verfügbare Studienlage unterscheidet sich aber je nach Bildungsbereich. Das sind zwei zentrale Befunde einer neuen Forschungssynthese, die erstmals Ergebnisse aus 20 Jahren Forschung zu diesem Thema im deutschsprachigen Raum systematisiert und zusammenfasst. Das Übersichtswerk des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation ist jetzt im Waxmann Verlag erschienen und steht frei zugänglich zur Verfügung.

Wie können Mindeststandards zu einer besseren Bildung beitragen?

Mindeststandards definieren, welche Kompetenzen Schüler*innen in bestimmten Bildungsetappen erworben haben sollten. In Deutschland kommen sie bislang nur uneinheitlich zum Einsatz und werden kaum dazu genutzt, die Qualität im Schulsystem zu sichern und zu verbessern. Expert*innen des Leibniz-Forschungsnetzwerks Bildungspotenziale (LERN) sehen hier große Entwicklungsmöglichkeiten und wollen eine breite Debatte zu dem Thema anstoßen. Dafür nimmt das Forschungsnetzwerk auf seinem heute in Berlin organisierten Bildungspolitischen Forum zentrale Fragen und Herausforderungen rund um Mindeststandards in den Blick.

Erfolgreiches Crowdfunding: 46 Bibliotheken finanzieren gemeinsam bildungsrelevante E-Books im Open Access

46 wissenschaftliche Bibliotheken haben sich für eine Crowdfunding-Finanzierung zusammengefunden, um ein-E-Book-Paket mit Verlagspublikationen aus der Erziehungswissenschaft, Bildungsforschung und Fachdidaktik weltweit im Open Access frei zugänglich zumachen. Organisiert hat dies der Fachinformationsdienst (FID) Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung, der sich mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) an der Finanzierung beteiligt. Die 18 Titel aus sieben Verlagen werden innerhalb eines Jahres kostenfrei mit einer Creative-Commons-Lizenz erscheinen.

Neue Qualifikationsprofessur erforscht die Rolle von Herkunft und Geschlecht für die Bildung

Der soziale und kulturelle Hintergrund sowie das Geschlecht üben einen starken Einfluss auf die Bildungschancen und Bildungswege von Kindern und Jugendlichen aus. Mit einer gemeinsamen Berufung stärken das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation und die Goethe-Universität Frankfurt am Main die Forschung in diesem Feld: Die Qualifikationsprofessur für „Erziehungswissenschaft mit dem Schwerpunkt Unterricht und Heterogenität" wurde jetzt mit Dr. Hanna Beißert besetzt.

Konzentriert, auf Entdeckungstour oder am Träumen – dem Leseverhalten bei digitalen Schulaufgaben auf der Spur

Kann man eine Lernsoftware so programmieren, dass sie erkennt, ob Schüler*innen einen Text verstehen? Eine Studie des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation, des Zentrums für Internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) und des Australian Council for Educational Research (ACER) liefert hierfür erste Hinweise. Die Forschenden haben anhand von Aufgaben aus der PISA-Studie spezifische Klickmuster identifiziert, die sich verschiedenen Verhaltensweisen beim Lesen zuordnen lassen. Beim digitalen Lernen könnten diese Verhaltensmuster helfen, Schüler*innen mit Verständnisproblemen zu identifizieren und sie daraufhin angemessen zu unterstützen.

Besonders begabte Grundschüler*innen in Hessen: Wissenschaftliche Begleitung der Hector-Kinderakademien startet

Ab dem kommenden Schuljahr werden in Hessen an Hector Kinderakademien besonders begabte Grundschüler*innen gefördert. Landesweit sollen etwa hundert solcher Akademien entstehen. Das DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation übernimmt zusammen mit dem Hector-Institut für Empirische Bildungsforschung an der Universität Tübingen die Aufgabe, regionale Koordinator*innen zu qualifizieren und die Kinderakademien wissenschaftlich zu begleiten. Die ersten Kurse für die Regionalkoordinator*innen haben jetzt begonnen.

Eine erste übergreifende Bildungsbilanz im Licht der Corona-Pandemie

Die Entwicklung des Bildungswesens war in den vergangenen zwei Jahren maßgeblich von der Corona-Pandemie geprägt. Das wird auch im heute veröffentlichten 9. nationalen Bildungsbericht "Bildung in Deutschland 2022" deutlich. Unter anderem wurden die digitalen Bildungsangebote enorm ausgebaut, ohne den Wegfall von Präsenzformaten überall ersetzen zu können. Zugleich ergaben sich große Zusatzbelastungen für Familien, Lernende und die pädagogischen Fachkräfte. Das Bildungspersonal steht auch im Mittelpunkt des Schwerpunktkapitels des Berichts. Wichtige Befunde: Der Bedarf an Qualifizierung steigt, und vor allem im Kita- und Schulbereich fehlt Personal.

Soziale Ausgrenzung: Lehrkräfte würden eher den Mädchen helfen

Eine aktuelle Studie hat untersucht, welche Rolle das Geschlecht für die Reaktionen von Lehrkräften auf soziale Ausgrenzung unter ihren Schüler*innen spielt. 101 Lehrer*innen wurden nach einer fiktiven Situation befragt. Demnach würden sie einem ausgegrenzten Mädchen eher beispringen als einem Jungen. Ein weiteres Ergebnis: Die weiblichen Lehrkräfte lehnen soziale Ausgrenzung noch stärker ab als ihre männlichen Kollegen, würden aber dennoch nicht häufiger eingreifen. Die Studie wurde vom DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sowie der Universität Konstanz und der Universität Mannheim durchgeführt.

Eine Million Publikationen in Literaturdatenbank des Fachinformationssystems Bildung

Bildungsforschende und Pädagog*innen finden in der Literaturnachweisdatenbank des Fachinformationssystems Bildung (FIS Bildung) aus einer Hand Informationen zu allen bildungsbezogenen Forschungspublikationen im deutschsprachigen Raum. Seit inzwischen 30 Jahren unterstützt das FIS Bildung bei der Suche nach Fachliteratur. Jetzt wurde die millionste Publikation in die Datenbank aufgenommen.

Werden wir bald von Robotern unterrichtet? – Schüler*innen befragen Forschende zum Lernen in der Zukunft

Die Bildung der Zukunft ist nicht nur ein Thema für Lehrkräfte und Schulleitungen, für Politik und Verwaltung, sondern auch für die Lernenden selbst. Darum sammelt das Projekt „enorM – Lernen von (ÜBER)MORGEN“ Fragen von Schüler*innen und bringt die Kinder und Jugendlichen dazu in den Austausch mit der Forschung. Geplant sind verschiedene Diskussionsformate, eine von den Schüler*innen produzierte Podcastreihe und ein Computerspiel. Das Projekt des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation findet im Rahmen des „Wissenschaftsjahrs 2022 – Nachgefragt!“ statt. Mit dem Launch der Webseite www.lernen-von-morgen.de startet es jetzt in die heiße Phase.

Alles über die Bildungssysteme in Amerika

Ein neues, zweibändiges Handbuch gibt einen Überblick über die Bildungssysteme fast aller Länder in Nord-, Zentral- und Südamerika inklusive der karibischen Inselstaaten. Das von Forschenden des DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation sowie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster herausgegebene englischsprachige Werk richtet sich an Studierende, an die Forschung und an alle weiteren Interessierten. Auf mehr als 1.200 Seiten bietet es wissenschaftlich erarbeitetes Grundlagenwissen und informiert über aktuell besonders drängende Herausforderungen.

Ganztagsschule: Forschungsstand und Entwicklungsperspektiven in der Übersicht

Der Ausbau der Ganztagsschulen wird seit mehr als 15 Jahren in Deutschland stark vorangetrieben. Ein weiterer Anstieg der Ganztagsangebote und ihrer Nutzung ist zu erwarten, wenn ab 2026 der Rechtsanspruch auf ganztägige Förderung für Grundschulkinder eingeführt wird. Die Entwicklung wurde und wird von vielfältigen Forschungsarbeiten begleitet. Mehrere wissenschaftliche Einrichtungen haben den Stand des so erarbeiteten Wissens nun systematisch ausgewertet und in einer frei verfügbaren Broschüre aufbereitet.