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Forschung

Social-Bookmarking- und Social-Tagging-Plattform im Kontext des Deutschen Bildungsservers (Edutags)

Aufbau und Entwicklung einer Community-Plattform zur Organisation von Lesezeichen zu Lernressourcen im Web

Projektbeschreibung

Der Deutsche Bildungsserver stellt eine redaktionell gepflegte Sammlung von Internetressourcen zu allen Teilbereichen des Bildungswesens zur Verfügung. Die redaktionelle Betreuung der Inhaltsbereiche stellt zwar einerseits die hohe Qualität der ausgewählten Inhalte sicher, andererseits kann angesichts der kontinuierlich wachsenden Informationsmengen lediglich ein Teil der relevanten Ressourcen auf diese Weise ausgewertet und im Portal verfügbar gemacht werden. Gleichzeitig stehen Lehrerinnen und Lehrer zunehmend vor der Aufgabe, Internetressourcen für ihren eigenen Unterricht zu recherchieren und dabei einem wachsenden Angebot Herr werden zu müssen. Dabei ist es hilfreich, nicht nur jeweils individuell gefundene Ressourcen archivieren zu können, sondern auch von Ergebnissen von Kolleginnen und Kollegen profitieren und eigene Materialiensammlungen in interaktiver Form in den fachlichen Diskurs einbringen zu können. Diesen Austausch unter Fachkollegen/-innen gilt es durch ein interaktives, die Potenziale von Internet und Social Software nutzendes Online-Angebot zu unterstützen.

Ziel des Vorhabens "Erprobung und Integration einer Social-Bookmarking- und Social-Tagging-Plattform im Kontext des Deutschen Bildungsservers. Aufbau eines exemplarischen Ressourcenbestandes für die MINT-Fächer" (Edutags) (5/2010 – 9/2012) war die Entwicklung und Erprobung einer exemplarischen Web-2.0-basierten Arbeitsplattform zur Sammlung ("Bookmarking") und individuellen Verschlagwortung ("Tagging") themenspezifischer Informationsressourcen und Unterrichtsmaterialien aus dem Bereich der sogenannten MINT-Fächer.

Im Rahmen des Projekts sollte ein Werkzeug entwickelt werden, welches es Lehrkräften erlaubt,

  • Lesezeichen online zu verwalten und zu organisieren;
  • diese mit Gruppen anderer Nutzer/-innen zu teilen und/oder der Gesamtheit der Nutzer/-innen zur Verfügung zu stellen;
  • eigene Inhalte über standardisierte Formate (z. B. RSS-Newsfeeds) in das System einzuspeisen;
  • eigene Inhalte über die Verwaltung eines personalisierten Arbeitsbereiches in das System einzuspeisen.

Schnittstellen sollten ermöglichen, das Werkzeug in Schulhomepages, Angebote lokaler pädagogischer Dienstleister und von Landesbildungsservern zu integrieren sowie Ergebnislisten in unterschiedlichen Formaten bereitzustellen und in extern verfügbare Lernplattformen zu integrieren.

Die zweite Projektphase (2/2013 – 1/2015) zielte insbesondere auf die Anpassung des Tools für die Landesbildungsserver bzw. auf die technisch unterstützte Identifizierung rechtssicherer, (creative commons-)lizenzierter Ressourcenbestände im Kontext der gemeinsamen Content-Plattform ELIXIER.

Schwerpunkte waren konkret:

  • die Optimierung der User Experience durch Abgleichung der durch das nutzerbasierte Taggen entstehenden Folksonomy (Gesamtheit der gesammelten Tags) mit einer hierarchischen Taxonomie wie der Fachsystematik des DBS
  • das Community-Building durch gezielte Adressierung potenzieller Zielgruppen wie Studienseminare und Studierendengruppen in der Ausbildung von Lehrerenden und Pädagogen/-innen zur Förderung der aktiven Nutzung (Sammeln und Verschlagworten von Ressourcen) von Edutags
  • die besondere Berücksichtigung von Open Educational Resources (OER), da bei der Bereitstellung von Materialien für den Unterricht die Lizenzierung mit offenen Lizenzen wie z. B. den Creative-Commons-Lizenzen Sicherheit bezüglich der Bedingungen, unter denen Lehrkräfte die Materialien nutzen dürfen, schafft. Um das Auffinden solcher Materialien zu erleichtern, hat Edutags einen so genannten CC-Crawler entwickelt, der jede eingestellte Ressource auf eine vorhandene maschinenlesbare CC-Lizenz überprüft. Der Dienst soll zum zentralen Verweissystem für OER(CC)-Material ausgebaut werden. Auch wurden Content-Partnerschaften im Bereich OER geschlossen.
  • Integration in verwandte Informationssysteme, d. h.  eine engere Verzahnung von Edutags mit den übrigen Angeboten des DBS und kooperierender Landesbildungsserver.

Vor dem Hintergrund der erreichten Adressatenbindung mit rund 3.000 Einzelnutzern und ca. 450 professionellen Arbeitsgruppen, des Bestandes an dokumentierten Lehr-Lern-Ressourcen (rund 25.000 Datensätze, darunter ca. 5.000 frei lizenzierte Open Educational Resources (OER)) sowie der erlangten hohen Akzeptanz in Bildungspraxis und OER-Szene wurde Edutags in der dritten Förderphase "Relaunch des Community-Werkzeuges 'Edutags' und Ausbau als Unterstützungsinstrument im Kontext einer offenen Infrastruktur für digitale Bildungsmedien und OER (Edutags III)" (03/2015 – 12/2015) nachhaltig mit den technischen und redaktionellen Strukturen der Content-Plattform ELIXIER der Landesbildungsserver verzahnt sowie als Service auch für andere Content-Anbieter ausgebaut. Die Adaptivität im Kontext unterschiedlicher Netzwerke und Informationsumgebungen wurde auf der Basis eines umfassenden technischen und grafischen Relaunchs optimiert. Nutzungsmöglichkeiten des Werkzeuges auch in anderen Bildungsbereichen wurden in Gestalt eines exemplarischen Konzeptes für die berufliche Bildung entwickelt. In technischer Hinsicht wurden durch den Relaunch unterschiedliche Entwicklungsstränge systematisch zusammengeführt und das System auf einen umfassenden Dateiaustausch in einem größeren Verbund von Verweisservern vorbereitet. Zahlreiche Rückmeldungen von Nutzenden brachten zudem die Möglichkeit, wichtige Verbesserungen im Bereich der Usability anzustoßen.

Kooperationen

Universität Duisburg-Essen, Fakultät für Bildungswissenschaften, Lehrstuhl für Mediendidaktik und Wissensmanagement (Prof. Dr. Michael Kerres, Richard Heinen)

Finanzierung

Edutags war ein innovatives Projekt des Deutschen Bildungsservers.

Projektleitung

Axel Kühnlenz

Projektteam

Projektdaten

Status:
Abgeschlossene Projekte
Laufzeit:
5/2010 – 12/2015
Finanzierung:
DIPF
Abteilung: Informationszentrum Bildung
Kontakt: Ingo Blees, Wissenschaftliche Mitarbeit
zuletzt verändert: 12.10.2017

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