Das Projekt
Der nationale Bildungsbericht erstellt aus einer Vielzahl von Daten ein Gesamtbild. Ein interdisziplinärer Verbund analysiert Entwicklungen entlang der gesamten Bildungsbiografie und sichert die Ergebnisse durch einen mehrstufigen wissenschaftlichen Prozess ab.
Ein Bericht, viele Perspektiven
Der nationale Bildungsbericht ist ein Gemeinschaftsprojekt verschiedener Forschungseinrichtungen sowie der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder. Er erscheint alle zwei Jahre und nimmt alle Bildungsbereiche in den Blick – von der frühen Kindheit bis ins Erwachsenenalter – und analysiert die wichtigsten Entwicklungen und Herausforderungen des deutschen Bildungssystems. Ein wechselndes Schwerpunktkapitel vertieft jeweils ein Thema. Damit bietet der nationale Bildungsbericht wertvolles Orientierungswissen für bildungspolitische Entscheidungen
Ein Bericht, der nie Pause macht
Die Arbeit am nationale Bildungsbericht folgt einem festen, zweijährigen Rhythmus. Kaum ist eine Ausgabe publiziert, startet das Team in die nächste Runde – getreu dem Motto: Nach dem Bericht ist vor dem Bericht.
Der Ablauf ist immer ähnlich:
(1) Themen festlegen
Vertreter*innen aller beteiligten Institutionen entscheiden, welche Themen wichtig sind und welche Daten dafür genutzt werden können.
(2) Dynamisches Schreiben und Prüfen
Daten werden analysiert, Kapitel verfasst und überarbeitet.
(3) Rückmeldungen einholen
Zwischenberichte und konzeptionelle Entwürfe werden regelmäßig an Bund und Länder sowie den wissenschaftlichen Beirat übermittelt. Rückmeldungen sind erwünscht, aber nicht bindend. Der Prozess bleibt wissenschaftlich unabhängig.
(4) Veröffentlichen und erklären
Die Veröffentlichung wird von einer Pressekonferenz und einer Fachtagung begleitet. Presseanfragen, Hintergrundgespräche, weitere Publikationen und Vorträge gehören natürlich auch dazu.
Ein Verbund mit hoher Expertise
Der nationale Bildungsbericht ist kein Projekt einer einzelnen Einrichtung. Die Autor*innengruppe setzt sich einerseits aus renommierten Forschungsinstitutionen sowie der statistischen Expertise von Bund und Ländern zusammen:
- DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation (Allgemeinbildende Schule und Schwerpunktthema sowie Federführung und Gesamtkoordination)
- Deutsches Jugendinstitut (DJI) (Frühe Bildung)
- Deutsches Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) (Hochschulbildung)
- Leibniz-Institut für Bildungsverläufe (LIfBi) (Bildungsverläufe, Kompetenzentwicklung und Erträge)
- Soziologisches Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) (Berufliche Bildung)
- Deutsches Institut für Erwachsenenbildung – Leibniz-Zentrum für Lebenslanges Lernen e.V. (DIE) (Weiterbildung)
- Statistisches Bundesamt (Destatis)
- Statistischen Ämter der Länder
Bei Bedarf werden weitere Akteur*innen einbezogen, etwa das Institut für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB) oder das Zentrum für internationale Bildungsvergleichsstudien (ZIB) in die Ausführung von Analysen. Das entstehende Gesamtbild könnte keine einzelne Einrichtung liefern.
Indikatoren als Rückgrat
Der Bericht arbeitet mit Indikatoren. Das sind große Themen, wie zum Beispiel Personal oder Leistungen. Zu jedem Indikator gehören sogenannte Kennziffern, zum Beispiel wie alt Lehrkräfte sind oder welche Abschlüsse Schüler*innen erreichen.
Qualitätssicherung als Markenzeichen
Der Bericht basiert ausschließlich auf hochwertigen Datengrundlagen, darunter amtliche Daten wie Mikrozensus, Schulstatistiken sowie etablierte Surveys wie der ALLBUS oder große Längsschnittstudien, etwa NEPS oder SOEP. Jede Analyse durchläuft mehrstufige Prüfprozesse und wird von verschiedenen Expert*innengruppen kommentiert: “Da kann es schon auch mal sein, dass jemand kritisch zurückmeldet: ‚Die Stichprobe ist vielleicht zu klein‘ – und dann diskutieren wir das“, erklärt Dr. Josefine Lühe.