Lernen in der Zukunft
Im Projekt „enorM – Lernen von (über)MORGEN“ sind wir elf Monate lang im Austausch mit Schüler*innen der Frage nachgegangen, wie wir in der Zukunft lernen wollen.
Editorial
Die Stimme der Schüler*innen als Quelle der Innovation: enorM verdeutlicht, wie kraftvoll ihre Perspektiven sind — zukunftweisend, lösungsorientiert und differenziert. Ihre Fragen, Ideen und Visionen öffnen neue Wege für das Lernen. Dieses Projekt lädt uns ein, Schule mutig und partizipativ weiterzudenken.
Autor*innen: Juliane Grünkorn & Melanie Verhovnik-Heinze, Kontakt: Juliane Grünkorn
Die Vorgeschichte
Das Projekt enorM war Teil des Wissenschaftsjahres 2022 – Nachgefragt! Im Fokus stand vor allem der Dialog.
Im Projekt „enorM – Lernen von (über)MORGEN“ entwickelten Schüler*innen gemeinsam mit Forschenden des DIPF Ideen dazu, wie Lernen in der Zukunft gestaltet werden sollte – ausgelöst durch die in der Corona-Pandemie sichtbar gewordenen Herausforderungen im Bildungssystem.
Das Wissenschaftsjahr rückt Schüler*innenstimmen ins Zentrum
Im Projekt „enorM – Lernen von (über)MORGEN“ sind wir elf Monate lang gemeinsam mit Schüler*innen der Frage nachgegangen, wie wir in der Zukunft lernen wollen.

Corona machte die Probleme im Bildungssystem so richtig deutlich
Das Projekt enorM wurde in der Hochphase der Corona-Pandemie entwickelt und durchgeführt – eine Zeit, in der sich das Lernen grundlegend veränderte. Das Wohnzimmer wurde zum Klassenraum, Lehrkräfte verschickten Arbeitsblätter per E-Mail, digitale Lernplattformen und digitale Sprech- und Unterrichtsstunden prägten den Alltag.
In dieser Zeit traten Probleme im Bildungssystem, die schon länger bestanden, besonders deutlich zutage. Diese Situation nahmen wir zum Anlass, gemeinsam mit Schüler*innen frei darüber nachzudenken, wie sie in Zukunft eigentlich lernen wollen. Im Mittelpunkt stand die Perspektive derjenigen, die von Veränderungen und Herausforderungen im Bildungssystem direkt betroffen sind: die Schüler*innen.
Im Austausch dem Lernen in der Zukunft auf der Spur
Dieser offene und partizipative Zugang zum Thema Lernen entsprach zugleich dem Grundgedanken des vom BMBF ausgerufenen Wissenschaftsjahr 2022 – Nachgefragt!, in dem erstmals nicht ein einzelnes Thema, sondern die Fragen der Bürger*innen im Mittelpunkt standen. Das Projekt enorM – als Teil des Wissenschaftsjahres - gliederte sich in eine Mobilisierungsphase, in der wir möglichst viele Fragen sammelten und eine Interaktionsphase, in der wir diese bearbeiteten.

Das Projekt
In elf Monaten wurden viele Fragen zum Lernen in der Zukunft gestellt, in neuen Formaten bearbeitet und gemeinsam ein Onlinespiel entwickelt.
In zahlreichen Austauschformaten wurden gemeinsam mit Schüler*innen Fragen zur Zukunft des Lernens entwickelt und bearbeitet. Aus diesen kreativen Prozessen entstand parallel ein Onlinespiel, das Visionen und Wünsche junger Menschen rund um Digitalisierung, individuelles Lernen, neue Lernorte und Schulkultur spielerisch erfahrbar macht.
Schüler*innenideen, Forschungsexpertise und digitale Formate greifen ineinander
„enorM – Lernen von (über)MORGEN“ ist ein Transfer und Kommunikationsprogramm, in dem wir zahlreiche Fragen der Bürger*innen (hauptsächlich: Schüler*innen) zum Lernen von morgen gesammelt und in verschiedenen Formaten gemeinsam mit ihnen bearbeitet haben. Neben dem Referat Kommunikation am DIPF waren die Kolleg*innen vom Deutschen Bildungsserver, dem IDeA-Zentrum sowie dem Leibniz-Forschungsnetzwerk Bildungspotenziale (LERN) an der Antragsstellung und Projektdurchführung beteiligt.
In nur elf Monaten eine ganze Palette an Austauschformaten umsetzen und parallel ein Onlinespiel entwickeln – alles gemeinsam mit Schüler*innen? Ist das machbar?
Dr. Juliane Grünkorn und Dr. Melanie Verhovnik-Heinze, Projektleitung
Und ob das machbar ist!
Mobilisierungsphase: Fragen sammeln
In der ersten Phase – von Februar bis April 2022 – ging es darum, Fragen der Schüler*innen zum Lernen von morgen einzusammeln. Diese konnten über die Website eingereicht werden. Zusätzlich waren wir in einem Zeitraum von vier Wochen an sechs Schulen in Hessen und Baden-Württemberg unterwegs, um mit Schüler*innen (und Lehrkräften) zu sprechen, die sich sonst eher selten zu Wort melden oder die aus verschiedenen Gründen nicht online teilnehmen konnten.
Wir besuchten zwei Gymnasien, eine Grundschule, eine Förderschule, eine Mittelschule und eine Realschule. Für die Schulbesuche konzipierten wir einen interaktiven Stand, der jeweils an die an die Bedürfnisse der Schüler*innen angepasst wurde. Fragen konnten geschrieben, gemalt, eingesprochen oder in Gesprächen geäußert werden. Zusätzlich konnten die Schüler*innen mittels Klebepunkten die Fragen gewichten.
»Wir sprachen mit ganzen Jahrgangsstufen, einzelnen Klassen oder der ganzen Schule.«
Den Abschluss der ersten Phase bildete ein dreistündiges digitales Schüler*innen-Camp mit neun Teilnehmenden – moderiert von Nico Brugger. Gemeinsam priorisierten wir die eingegangenen Fragen, die zuvor in die folgenden sechs Themencluster eingeteilt worden waren: (1) Digitalisierung, (2) Individuelles Lernen, (3) Wohlfühlen & Schulleben, (4) Neue Lehrkräfte, (5) Neue Orte und (6) Neue Fächer & Fähigkeiten. Am Ende waren die Fragen so zusammengefasst und zugespitzt, dass für jedes der sechs Themencluster fünf Top-Fragen in die zweite Projektphase mitgenommen werden konnten.

Interaktionsphase: Fragen bearbeiten und daraus ein Onlinespiel entwickeln
Von Mai bis Dezember 2022 haben wir gemeinsam mit Schülerinnen und Forschenden in verschiedenen Austauschformaten an diesen Fragen gearbeitet. Dabei wurde nicht nur viel diskutiert, sondern vor allem gemeinsam überlegt, welche Ideen mögliche Antworten liefern könnten.
Diese Ideen mündeten schließlich im Onlinespiel „New School Tools“, das gemeinsam mit Schüler*innen, Projektbeteiligten und der Designagentur Archimedes Exhibitions entwickelt wurde. Ende April 2022 fand dazu an einer Schule in Baden-Württemberg ein Workshop mit der Designagentur statt. Gemeinsam mit den Schüler*innen wurden dort zentrale Elemente des späteren Spiels entwickelt und festgelegt.Auf dieser Basis entstand zunächst eine Dummy-Version, die von Schüler*innen getestet und anschließend anhand ihres Feedbacks weiter verbessert wurde. Über den gesamten Projektverlauf hinweg flossen ihre Rückmeldungen immer wieder in die Weiterentwicklung ein.

Parallel dazu starteten wir mit drei engagierten Schüler*innen die Podcastreihe “Future School” zum Lernen der Zukunft. Gemeinsam mit dem Referat Kommunikation entwickelten sie ein Konzept, erarbeiteten Interviewfragen und führten schließlich Gespräche mit Bildungsexpert*innen aus dem DIPF.
In zwei weiteren Austauschformaten kamen Schüler*innen mit unseren Bildungsexpert*innen ins Gespräch:
- „Book a Question“: Eine der vier digitalen Sessions fand im Rahmen des Digitaltags 2022 statt, drei weitere wurden als digitale Schulstunden mit interessierten Schulen umgesetzt. Diese wählten jeweils eine Frage aus und DIPF-Wissenschaftler*innen mit passendem Forschungsgebiet schalteten sich via Zoom dazu.
- Hackathon: Kurz vor den hessischen Sommerferien, im Juli 2022, führten wir an einem Frankfurter Gymnasium einen Hackathon durch. Gemeinsam mit 28 Schüler*innen, sieben Wissenschaftler*innen und einem Moderator diskutierten wir in vier Sessions einen ganzen Schultag lang. Dabei entstanden anschauliche Graphic Recordings, die die Ideen der Schüler*innen visuell festhielten.
Alle Veranstaltungen wurden mit Online-Fragebögen evaluiert. Wo es möglich war, nutzten wir das Feedback direkt, um nachfolgende Formate anzupassen.
Die Austauschformate der Interaktionsphase:
- Podcast „Future School“
- Digitale Reihe „Book a Question"
- Hackathon
Die Ergebnisse
Eine Podcast-Reihe, Graphic Recordings und natürlich das Spiel „NewSchoolTools“: Hier gibt es einen Einblick in die Ergebnisse.
Die intensive Zusammenarbeit zwischen Jugendlichen und Forschenden machte sichtbar, welche Themen junge Menschen wirklich bewegen. Aus 487 eingesammelten Fragen zur Zukunft des Lernens entstanden Podcast-Folgen, ein Onlinespiel und Graphic Recordings, die ihre Perspektiven und Wünsche widerspiegeln.
enorM hat Fragen in Erlebnisse, Formate und Tools übersetzt
Die Frage „Wie wollen wir in Zukunft lernen?“ begleitete uns elf Monate lang. Dabei sammelten wir 487 Fragen von Schüler*innen – mal konkret, mal visionär, oft überraschend klar. Wird es in Zukunft noch menschliche Lehrkräfte geben? Braucht es mehr Fächer für den Alltag, zu Finanzen, Nachhaltigkeit oder Kochen? Welche Alternative könnte es künftig zu Noten geben?
Die Fragen ließen sich sechs Themenclustern zuordnen:
- Digitalisierung
- individuelles Lernen
- Wohlfühlen & Schulleben
- neue Lehrkräfte
- neue Orte
- neue Fächer & Fähigkeiten
In verschiedenen Formaten arbeiteten Schüler*innen und Wissenschaftler*innen gemeinsam daran und daraus entstanden mehrere Produkte.
Im dreiteiligen Podcast „Future School“ sprechen die Schüler*innen Marie, Marlene und Luis mit Wissenschaftler*innen des DIPF über das Lernen von morgen. Sie diskutieren Nachhaltigkeit im Unterricht, veränderte Rollen von Lehrkräften und Klassenverbänden sowie mögliche Ausgestaltungen des Klassenzimmers der Zukunft.
- Folge 1: Nachhaltigkeit im Unterricht von morgen – Marie im Gespräch mit Prof. Dr. Johannes Hartig
Die erste Folge widmet sich dem Thema Nachhaltigkeit und wie diese in Schule und Unterricht verankert werden kann. Die Schülerin Marie und DIPF-Forscher Prof. Dr. Johannes Hartig gehen dabei der Frage auf den Grund, ob es ein Schulfach "Nachhaltigkeit" geben sollte.
- Folge 2: Schulklassen und Lehrkräfte der Zukunft – Marlene im Gespräch mit Dr. Franziska Baier-Mosch
Die zweite Folge behandelt, wie sich die Rolle von Lehrkräften und der Klassenverband ändern, wenn die Schüler*innen mehr mit digitalen Hilfsmitteln arbeiten und das individuelle Lernen damit in den Vordergrund rückt. Marlene und die DIPF-Wissenschaftlerin Dr. Franziska Baier-Mosch diskutieren die vielfältigen Auswirkungen, die individualisiertes Lernen auf das soziale Zusammenleben in einer Klasse hat.
- Folge 3: Das Klassenzimmer der Zukunft – Luis im Gespräch mit Dana Kube
Der dritte Teil des Podcasts "FutureSchool" befasst sich mit dem Klassenzimmer der Zukunft und welche technischen Hilfsmittel für das Lernen denkbar wären, aber auch bereits entwickelt werden. Luis und die DIPF-Bildungsexpertin Dana Kube überlegen gemeinsam, an welchen Stellen Technik den Lehrkräften überlegen ist und wann wiederum die Lehrkräfte als reale Menschen mit echten Erfahrungen unschlagbar sind.
Auch unser Hackathon, den wir mit einer 8. Klasse, Lehrkräften und Wissenschaftler*innen durchgeführt haben, brachte zentrale Impulse hervor. In Sessions zu (1) Künstlicher Intelligenz in der Schule, (2) Emotionaler und mentaler Gesundheit, (3) Selbstbestimmten Lernen und (4) Digitalen Lerntechnologien wurden Ideen gesammelt und grafisch festgehalten.

Alle im Projekt entstandenen Ideen flossen schließlich in das Onlinespiel „New School Tools“ ein. Das Spiel wurde gemeinsam mit Schüler*innen konzipiert und von einer Designagentur umgesetzt. In sechs Leveln bewegen sich Spieler*innen durch ein Labyrinth, lösen Aufgaben und sammeln Ideen für das Lernen in der Zukunft. Die coolsten Tools kommen in den Rucksack und werden am Ende noch einmal ausgepackt.
Folgen und Impact
Das Projekt ist beendet, aber es geht weiter. In Publikationen, Vorträgen und Workshops werden die Ideen der Schüler*innen veröffentlicht.
enorM hat Schüler*innen eine Stimme in der Debatte um die Zukunft des Lernens gegeben und ihre Ideen erfolgreich in Bildungspolitik, Forschung und Praxis eingebracht – bis hin zur Präsentation vor dem Präsidium der Kultusministerkonferenz.
Zukunftsfragen entfalten Wirkung in Bildungssystem und Politik
Das Projekt „enorM – Lernen von (über)Morgen“ wurde im Rahmen des Wissenschaftsjahres 2022 umgesetzt, wirkt jedoch deutlich über den Projektzeitraum hinaus. enorM diente nicht nur dazu Schüler*innen eine Plattform zu geben und den Austausch mit Forschenden zu ermöglichen, sondern brachte Inhalte, Formate und Perspektiven hervor, die in weiteren fachlichen, praktischen und wissenschaftlichen Kontexten aufgegriffen und weiterverwendet werden.
Schüler*innenperspektive als wirksamer Impuls für Bildungsarbeit
Ein zentrales Ergebnis von enorM war die Sichtbarmachung der Perspektiven von Kindern und Jugendlichen auf Lernen, Schule und Wohlbefinden. Die im Projekt gesammelten Fragen und Ideen machen deutlich, dass junge Menschen eine eigene Sicht auf Bildungsfragen haben, die in Bildungsdebatten bislang häufig zu wenig berücksichtigt wird.
Diese Wirkung zeigt sich auch außerhalb des Projekts. Die im Rahmen von enorM entstandenen Graphic Recordings wurden vom Bürgerrat Bildung und Lernen mehrfach bei Veranstaltungen eingesetzt, um Diskussionen zu strukturieren und Schüler*innenperspektiven anschaulich darzustellen. Damit fanden Inhalte aus enorM Eingang in einen bundesweit beachteten Beteiligungsprozess zur Zukunft von Bildung.
Die Erfahrungen aus enorM und dem Bürgerrat Bildung und Lernen zeigen deutlich, wie wertvoll echter Dialog mit Kindern und Jugendlichen für die Bildungsarbeit ist. Wenn ihre Perspektiven ernst genommen und sichtbar gemacht werden, entstehen Erkenntnisse, die sowohl pädagogische Praxis als auch politische Entscheidungen nachhaltig bereichern.
Stephan Tarnow, Planungsteam Bürgerrat Bildung und Lernen

Die im Projekt erprobten dialogischen und visuellen Formate wurden im Bürgerrat Bildung und Lernen gezielt weitergedacht. Kinder und Jugendliche waren dort gleichberechtigt an Diskussionen beteiligt, ihre Stimmen hatten das gleiche Gewicht wie die der Erwachsenen. Dieses Beteiligungsprinzip wurde auch auf schulische Kontexte übertragen.
So kamen Graphic Recordings aus enorM beispielsweise bei einem bundesweiten Aktionstag zur mentalen Gesundheit zum Einsatz. Gemeinsam mit Schüler*innen wurde dort zudem ein Podcast aufgezeichnet, in dem junge Menschen offen über persönliche Belastungen und Mobbing-Erfahrungen sprachen. Nach Einschätzung des Planungsteams entstand dadurch gerade bei sensiblen Themen eine besonders vertrauensvolle Gesprächsatmosphäre.
Wirkung in Fachöffentlichkeit, Praxis und Politik
Bereits während des Projekts wurden erste Ergebnisse aus enorM veröffentlicht und in unterschiedlichen fachlichen und praktischen Kontexten diskutiert. Die Erkenntnisse des Projekts stießen auf großes Interesse in der Fachöffentlichkeit und führten dazu, dass das enorM-Team explizit zu zahlreichen Vorträgen, Workshops und Konferenzen eingeladen wurde. Die Projektergebnisse wurden auf wissenschaftlichen Tagungen präsentiert, in Sammelbänden sowie Konferenzreports veröffentlicht. Darüber hinaus war das Team für mehrere Inputs eingeladen und sprach vor und mit Bildungspraktiker*innen sowie an Bildung Interessierten, unter anderem beim Webtalk Backstage Bildung sowie beim Institut für Bildungsanalysen Baden Württemberg.
Zudem wurden zwei Workshops durchgeführt: auf der Berliner Schulleitertagung 2022 mit Schulleitungen und leitenden Lehrkräften sowie auf der EMSE-Konferenz 2023, die sich insbesondere an Akteur*innen der Bildungsadministration richtete. Diese expliziten Einladungen und die Vielfalt der Adressat*innen verdeutlichen, dass enorM nicht nur als Projektbericht wahrgenommen wurde, sondern als relevanter Impulsgeber für Fragen partizipativer Bildungs- und Transferarbeit. Aktuell bereitet das Team eine weitere Publikation vor, die die vielfältigen Impulse aus diesen unterschiedlichen Kontexten zusammenführt und reflektiert.
Das Projekt wurde in überregionalen Leitmedien, wie beispielsweise Campus Schulmanagement positiv beleuchtet. Die Projektverantwortlichen des DIPF betonten hier, dass Schüler*innen aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen besonders gut erkennen, „woran es im Bildungssystem womöglich hakt“ – und dass gerade dieser Perspektivbezug für Schulentwicklung und Bildungsdiskurse wertvolle Impulse liefert. Dies unterstreicht, dass enorM nicht nur Fragen gesammelt, sondern eine relevante fachliche Stimme zur Schülersicht im Diskurs über Schulentwicklung etabliert hat.
enorM beeindruckt, weil Schülerinnen und Schüler darin ungefiltert zu Wort kommen. Besonders die O-Töne und Graphic Recordings haben gezeigt, wie greifbar die Wünsche junger Menschen werden, wenn man ihnen Raum gibt. So trägt enorM dazu bei, Diskussionen weniger abstrakt und deutlich beteiligungsorientierter zu gestalten.
Dr. Nadja Olyai, Karg-Stiftung
Ein zentrales Anliegen des Wissenschaftsjahres 2022 und eine vielfach von den beteiligten Schüler*innen geäußerte Forderung war, ihre Perspektiven auch in politische Diskussionszusammenhänge einzubringen. Dieses Ziel wurde erreicht, als im Oktober 2023 Ergebnisse aus enorM vor dem Präsidium der Kultusministerkonferenz sowie vor Stiftungen vorgestellt und in Diskussionsrunden vertieft wurden.
Nachhaltige Formate und langfristige Relevanz
Mit dem gemeinsam mit Schüler*innen entwickelten Onlinespiel „New School Tools“ entstand ein dauerhaft verfügbares Transferformat, das Ideen zum Lernen der Zukunft niedrigschwellig zugänglich macht. Ergänzt durch Podcast-Folgen und weitere Materialien bleiben die Projektergebnisse auch nach Projektende nutzbar und anschlussfähig.
Die im Projekt thematisierten Fragen – etwa zur emotionalen und mentalen Gesundheit von Schüler*innen – haben seit der Projektlaufzeit nicht an Aktualität verloren. Im Gegenteil: Die Stimmen der Kinder und Jugendlichen aus enorM machen sichtbar, wie stark diese Themen ihr eigenes Leben betreffen und wo aus ihrer Sicht Handlungsbedarf besteht.
Beiträge, die wichtige gesellschaftliche Themen sichtbar machen und dabei nicht nur das Thema, sondern auch die Perspektiven der Kinder in den Fokus rücken, sind für die Bildungsarbeit enorm wertvoll.
Stephan Tarnow, Planungsteam Bürgerrat Bildung und Lernen
Kurzum
enorM hat gezeigt, dass die systematische Einbindung von Schüler*innenperspektiven konkrete Wirkungen entfalten kann: in der Weiterentwicklung von Transfer- und Beteiligungsformaten, in fachlichen und politischen Bildungsdiskursen sowie in der Anerkennung von Kindern und Jugendlichen als relevante Akteur*innen bei der Gestaltung von Bildung. Die im Projekt entstandenen Inhalte und Formate wirken über den Projektzeitraum hinaus und wurden und weiteren Kontexten aufgegriffen und weitergeführt.
