Co²Ca / Conditions and Consequences of Classroom Assessment

Das Projekt wird im Rahmen des DFG-Schwerpunktprogramms „Kompetenzmodelle“ durchgeführt und soll der Frage nachgehen, wie diagnostische Information durch schulische Akteure genutzt wird. Das übergeordnete Ziel des Projekts besteht darin zu untersuchen, wie formative Leistungsmessung im Unterricht gestaltet werden sollte, um sowohl eine präzise und detaillierte Leistungsmessung zu ermöglichen als auch positive Wirkungen auf den auf die Leistungsmessung folgenden Lernprozess von Schülerinnen und Schülern zu erreichen. Dazu wurden in der ersten Förderphase (2007-2009) Aufgaben entwickelt und erprobt, die die Grundlage der nächsten beiden Schritte, eines Labor- und eines Feldexperiments, bilden (1). In der zweiten Förderphase (2009-2011) soll Feedback als ein zentrales Element formativer Leistungsmessung genauer untersucht werden. Dazu soll ein Laborexperiment durchgeführt werden (2). Um schließlich die Befunde aus dem Laborexperiment in einem ökologisch validen Setting zu implementieren, soll anschließend, ebenfalls im zweiten Förderzeitraum, ein Feldexperiment durchgeführt werden (3).

(1) Aufgabenerprobung

In der ersten Förderphase wurden Aufgaben zu zwei Unterrichtseinheiten des Mathematikunterrichts der neunten Jahrgangsstufe („Satzgruppe des Pythagoras“ und „Lineare Gleichungssysteme“) zusammengestellt und entwickelt, um die Leistungen in den beiden mathematischen Teilkompetenzen „Modellierungskompetenz“ und „technische Kompetenz“ differenziert zu erfassen. Diese Aufgaben dienen zur unterrichtsbezogenen Leistungsmessung. Sie wurden gemeinsam mit standardbezogenen Aufgaben (Bildungsstandardaufgaben) in einer Stichprobe von circa 1500 Schülerinnen und Schülern neunter Realschulklassen eingesetzt. Durch komplexe psychometrische Skalierungsverfahren wurden die unterrichtsbezogenen mit den standardbezogenen Aufgaben verknüpft, um die unterrichtsbezogenen Aufgaben auf den Kompetenzdimensionen der Bildungsstandards zu verankern. Die gemeinsame Skalierung der unterrichts- und standardbezogenen Aufgaben ist notwendig, da die resultierenden Itemkennwerte im anschließenden Laborexperiment genutzt werden sollen.

(2) Das Laborexperiment

Zu Beginn der zweiten Förderphase sollen motivationale und kognitive Effekte verschiedener Feedbackformen als zentrales Element formativer Leistungsmessung experimentell untersucht werden. Weiterhin soll in dem Experiment die Wirkung der inhaltlichen Breite eines Tests (d.h. unterrichtsbezogen vs. standardbezogen) auf motivationale und kognitive Prozesse von Schülerinnen und Schülern analysiert werden. Zu diesem Zweck werden aus den in der ersten Förderphase erprobten Aufgaben Tests erstellt, die sich entweder auf Bildungsstandards oder auf eine der beiden Unterrichtseinheiten beziehen und die Schülerinnen und Schüler erhalten nach der Testbearbeitung Rückmeldung über ihre Ergebnisse, welche nach bestimmten Bedingungen variiert wird.

(3) Das Feldexperiment

Zur ökologischen Validierung der Befunde des Laborexperiments ist geplant, anschließend ein Feldexperiment im realen Unterrichtssetting durchzuführen. Darin soll untersucht werden, inwiefern die unter Laborbedingungen gefundenen Wirkungen der beiden Faktoren „Feedback“ und „inhaltliche Breite“ im realen Unterrichtssetting gelten. Um die entsprechenden Stufen der beiden Faktoren aus dem Laborexperiment im Unterrichtssetting zu realisieren, sollen Trainings für Lehrkräfte entwickelt werden, in denen sowohl die Durchführung und Auswertung von entweder unterrichtsbezogenen oder standardbezogenen Tests als auch die Rückmeldung der erzielten Ergebnisse trainiert werden. Dazu soll das Aufgabenmaterial aus der ersten Förderperiode verwendet werden und die Trainings orientieren sich an den Bedingungen des Laborexperiments.

Veröffentlichungen

Rakoczy, K., Klieme, E., Bürgermeister, A., & Harks, B. (2008). The Interplay Between Student Evaluation and Instruction: Grading and Feedback in Mathematics Classrooms. Zeitschrift für Psychologie / Journal of Psychology. 216(2), 111–124.

Klieme, E., Bürgermeister, A., Harks, B., Blum, W., Leiß, D., Rakoczy, K. (eingereicht): Leistungsbeurteilung und Kompetenzmodellierung im Mathematikunterricht. In: Klieme, E., Leutner, D., Kenk, M. (Hrsg.): Kompetenzmodellierung. Zwischenbilanz des DFG-Schwerpunktprogramms und Perspektiven des Forschungsansatzes. 56. Beiheft der Zeitschrift für Pädagogik, Heft 2/2010, Beltz-Verlag, Weinheim und Basel

Finanzierung

Deutsche Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Kompetenzmodelle“

Projektleitung

Die Leitung ist auf zwei Standorte aufgeteilt:

Prof. Dr. Werner Blum und Dr. Dominik Leiss an der Universität Kassel sowie am DIPF Frankfurt (s.u.).

Status
  • laufend
Laufzeit
2007-2011
Arbeitseinheit
Bildungsqualität und Evaluation
Projektleitung
Eckhard Klieme
Katrin Rakoczy
Mitarbeit
Anika Bürgermeister
Birgit Harks
Malte Klimczak

Weitere Informationen

Co²Ca ist ein Projekt des DFG-Schwerpunktprogramms Kompetenzmodelle 

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