PISA ist die Abkürzung für „Programme for International Student Assessement“. Diese international vergleichende Schulleistungsstudie wird im Auftrag der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) durchgeführt und erfasst die Fähigkeiten von 15-Jährigen in den Bereichen der Lesekompetenz, der mathematischen Kompetenz und der naturwissenschaftlichen Kompetenz in den OECD-Staaten sowie in 33 OECD-Partnerländern. PISA wird seit dem Jahr 2000 im Abstand von drei Jahren regelmäßig international mit deutscher Beteiligung durchgeführt.
Das DIPF hat im Auftrag der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) das nationale Projektmanagement für PISA 2009 in Deutschland übernommen.
PISA erfasst, inwieweit Schülerinnen und Schüler bis zum Ende der Pflichtschulzeit Kompetenzen erworben haben, die sie zur aktiven gesellschaftlichen Partizipation befähigen. Dies betrifft in allen Teilnehmerstaaten die Altersgruppe der 15-jährigen. Dabei orientieren sich die Testaufgaben nicht an spezifischen Lehrplänen, sondern an Wissen und Fähigkeiten, die im privaten und beruflichen Alltag zur Anwendung und zum Erwerb von Wissen benötigt werden.
PISA untersucht insbesondere, inwieweit es den unterschiedlichen Bildungssystemen in den Teilnehmerländern gelingt, jungen Menschen gerechte Chancen für Bildungserfolg zu geben, unabhängig von ihrer sozioökonomischen und soziokulturellen Herkunft.

Lesekompetenz heißt mehr als Informationen aus Texten entnehmen zu können. PISA untersucht vor allem die Fähigkeit, geschriebene Texte unterschiedlicher Art in ihren Aussagen, ihren Absichten und ihrer Form zu verstehen und in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können.
Mathematische Kompetenz meint, ein Grundverständnis von Mathematik und ihrer Bedeutung in unserer kulturellen und technischen Welt zu haben. Bei PISA liegt der Schwerpunkt auf der funktionalen Anwendung von mathematischen Kenntnissen in unterschiedlichen Kontexten.
Naturwissenschaftliche Kompetenz beinhaltet, grundlegende naturwissenschaftliche Konzepte zu verstehen und mit naturwissenschaftlichen Denk- und Arbeitsweisen vertraut zu sein. Bei PISA kommt es vor allem darauf an, wichtige Konzepte aus der Physik, der Chemie, der Biologie sowie den Geowissenschaften situationsgerecht anwenden zu können.
Über das nationale Projektmanagement hinaus ist das DIPF Mitglied des internationalen Konsortiums für PISA 2009 und beteiligt sich in dieser Rolle an der Entwicklung und Erprobung innovativer, computergestützter Testformate. Diese Erweiterung traditioneller Testmethoden bietet den Vorteil einer effizienten Leistungserfassung und ermöglicht die Nutzung lebensnaher Testszenarien durch dynamische und interaktive Aufgaben.
Der nationale Bericht "PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt" ist im Dezember 2010 bei dem Waxmann Verlag erschienen.
Eckhard Klieme, Cordula Artelt, Johannes Hartig, Nina Jude, Olaf Köller, Manfred Prenzel, Wolfgang Schneider, Petra Stanat (Hrsg.) (2010). PISA 2009. Bilanz nach einem Jahrzehnt. ISBN 978-3-8309-2450-0
Das Buch ist im Volltext beim Dokumentenserver pedocs einsehbar.
Presseanfragen richten Sie bitte an das Referat Kommunikation, Stefanie Lotz (lotz@dipf.de), Telefon 069-24708133.
In Deutschland wird PISA von der Ständigen Konferenz der Kultusminister in der Bundesrepublik Deutschland in Auftrag gegeben und finanziert.
Dem deutschen PISA-Konsortium 2009 gehören die folgenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler an:
Ergebnisberichte auf der Projekt-Webseite PISA
Gesamtbericht „PISA 2009 – Bilanz nach einem Jahrzehnt“
Zusammenfassung des Berichts zu PISA 2009
Pressemitteilung KMK und BMBF zu PISA 2009
Bildung unter undemokratischem Druck? Anmerkungen zur Kritik der PISA-Studie von Eckhard Klieme
