Der Auf- und Ausbau schulischer Ganztagsangebote spielt in der Bildungsdebatte eine wichtige Rolle. Die Bundesländer wie auch die Bundesregierung investieren gegenwärtig nicht nur in eine verbesserte Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Ganztagsschulen, sondern engagieren sich zugleich für die Verbesserung der pädagogischen Arbeit und des Unterrichts an den Schulen. Im Rahmen des Investitionsprogramms Zukunft Bildung und Betreuung (IZBB) wird der Umbau und die Ausstattung der Ganztagsschulen finanziell gefördert.
Die Schulen, die sich auf den Weg machen, Ganztagsschulen zu werden, benötigen neben dieser Unterstützung Informationen dazu, was die Bedingungen dafür sind, dass eine Ganztagsschule optimal gelingen kann. Darüber fehlt es jedoch an systematischem Wissen. Es gibt bislang nahezu keine Forschergebnisse darüber, wie solche Bildungsangebote entwickelt und eingeführt werden und welche Konsequenzen die Ganztagsgestaltung für alle Beteiligten in der Schule, aber auch für das soziale Umfeld der Schule hat.
Mit der „Studie zur Entwicklung von Ganztagsschulen“ (StEG) wird seit 2005 ein länderübergreifendes Forschungsprogramm zur Entwicklung von Ganztagsschulen und -angeboten durchgeführt werden. Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF; Prof. Klieme), das Deutsche Jugendinstitut (DJI; Prof. Rauschenbach), das Institut für Schulentwicklungsforschung (IFS; Prof. Holtappels) und die Justus-Liebig-Universität Gießen (Prof. Stecher) untersuchen gemeinsam eine große Zahl von Schulen. Das Projekt findet in enger Absprache mit den Ländern statt. Es wird finanziert durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäischen Sozialfonds.
Entsprechend der geringen wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Wirkungsweise von ganztägigen schulischen Angeboten, versucht die Studie, Antworten auf eine Vielzahl wichtiger Fragen zu geben. Wie zum Beispiel:
Die Studie ist als eine mehrperspektivische Befragungsstudie angelegt. Das heißt, alle an der Ganztagsschule beteiligten Personengruppen – die Schulleiterinnen und Schulleiter, die Lehrerinnen und Lehrer sowie das weitere pädagogisch tätige Personal, die Eltern und die Schülerinnen und Schüler – werden gebeten, einen jeweils auf sie zugeschnittenen Fragebogen auszufüllen. Dabei werden die Personengruppen nicht nur einmal, sondern insgesamt zu drei Zeitpunkten im Abstand von etwa eineinhalb Jahren befragt. Der dritte Erhebungszeitpunkt fand im Frühjahr 2009 statt. Diese Art der Untersuchung ermöglicht es, die Veränderungen und die Entwicklung der einzelnen Ganztagsschulen über mehrere Jahre zu verfolgen. Die Befragung wird vom IEA Data Processing Center in Hamburg durchgeführt.
Die Untersuchung hat das Ziel, systematische Informationen über die Arbeit, die pädagogischen Wirkungen und die spezifischen Problemlagen von Ganztagsschulen zu sammeln. Es geht nicht darum, einzelne Schulen zu überprüfen oder miteinander zu vergleichen. Die Auswertung der Fragebögen erfolgt anonym und nach strengen datenschutzrechtlichen Bestimmungen. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig.
