MITEINANDER – Umgang mit Vielfalt in der Schule
Das Projekt MITEINANDER untersucht über verschiedene inhaltliche und methodische Zugänge den Umgang mit Vielfalt in der Schule. Im Fokus stehen sowohl die professionelle Kompetenz von Lehrkräften als auch die sozio-moralische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen.
Projektbeschreibung
Der Umgang mit Vielfalt in der Schule ist Teil der professionellen Kompetenz von Lehrkräften. Im schulischen Alltag müssen Lehrkräfte kontinuierlich Situationen von Ausgrenzung, Stereotypisierung und Konflikten wahrnehmen, einordnen und angemessen reagieren. Dies ist nicht nur eine erzieherische Aufgabe, sondern unmittelbar mit Unterrichtsqualität, Klassenklima und den Lerngelegenheiten aller Schüler*innen verknüpft. Der professionelle Umgang mit Vielfalt entscheidet mit darüber, ob Schüler*innen sich als zugehörig oder als ausgegrenzt erleben und inwieweit sie Schule als gerecht empfinden.
Zugleich ist der Umgang mit Vielfalt als Schnittmengenaufgabe von Demokratiebildung und Bildung für nachhaltige Entwicklung zu verstehen, da beide Bildungsziele wie Gleichheit, Perspektivenübernahme, den konstruktiven Umgang mit Differenz, den Abbau von Vorurteilen und soziale Gerechtigkeit als zentrale Anliegen teilen. Schule wird damit zu einem Ort, an dem sich diese Bildungsziele im konkreten Umgang mit Vielfalt unmittelbar verbinden.
Das Projekt MITEINANDER befasst sich mit diesen Themen aus unterschiedlichen Perspektiven und mit verschiedenen methodischen Zugängen.
Sozio-moralische Entwicklung
Die Entwicklung sozio-moralischer Kompetenzen ist eine zentrale Voraussetzung für Demokratiekompetenz sowie ein wichtiger Baustein in der Bildung für nachhaltige Entwicklung. Im Projekt MITEINANDER wird untersucht, inwiefern sich Heterogenität auf die moralischen Urteile und Entscheidungen von Kindern und Jugendlichen auswirken.
Ausgrenzung und Inklusion unter Schüler*innen
Soziale Eingebundenheit, also das Gefühl dazuzugehören und wertgeschätzt zu werden, stellt ein fundamentales und angeborenes Bedürfnis des Menschen dar. Dementsprechend kann Ausgrenzung eine Reihe negativer Folgen für Kinder und Jugendliche haben – sowohl im Hinblick auf das Wohlbefinden und ihre Gesundheit als auch im Hinblick schulische Aspekte wie Motivation, Leistung etc.
Im Projekt MITEINANDER wird die Entwicklung moralischer Urteils- und Entscheidungsprozesse bei Kindern und Jugendlichen im Kontext sozialer Ausgrenzung untersucht.
Umgang von Lehrkräften mit Ausgrenzung
Neben den Kindern und Jugendlichen spielen auch Lehrkräfte eine wichtige Rolle im sozialen System der Klasse und so auch im Hinblick auf Ausgrenzung. Die Lehrkräfte sind es, die die Regeln und Normen etablieren, welches Verhalten in der Klasse akzeptabel ist und welches nicht. Zudem sind sie Vorbilder und vermitteln darüber hinaus mit ihrem Verhalten implizit und explizit ihre eigenen Einstellungen zu Inklusion und Heterogenität in der Schule. Das kann Einstellungen und Verhalten ihrer Schüler*innen prägen.
KOMPASS – Innere Konflikte bei sozio-moralischen Entscheidungen
Im Rahmen der KOMPASS-Studien wird untersucht, wie Kinder, Jugendliche und Erwachsene in verschiedenen sozio-moralischen Entscheidungssituationen innere Konflikte erleben, welche Aspekte sie abwägen und wie sie ihre Entscheidungen begründen. Ein besonderer Fokus in den Studien mit Kindern und Jugendlichen liegt auf schulnahen Kontexten wie zum Beispiel Gruppenarbeiten und Testsituationen. Darüber hinaus interessiert sich das Projektteam dafür, wie Lehrkräfte innere Konflikte erleben, insbesondere solche Konflikte, die durch die Heterogenität der Schüler*innen entstehen.
Die Forschung zum Erleben von inneren Konflikten kann Aufschluss darüber geben, welche Werte in einem bestimmten Alter wichtig sind, um Entscheidungen zu treffen. Besonders vor dem Hintergrund von Schule als einem Ort der Werteentwicklung, Persönlichkeitsentfaltung und des sozialen Miteinanders sind dies hilfreiche Erkenntnisse.
AUTIMENTI – Umgang mit Vielfalt über den Menschen hinaus
Über den wertschätzenden Umgang und die Gleichberechtigung von Menschen untereinander hinaus beinhaltet nachhaltige Entwicklung auch Aspekte wie Umweltschutz und Tierethik. Das Teilprojekt AUTIMENTI befasst sich mit Auffassungen zu unterschiedlichen Tierarten und Mensch-Tier-Beziehungen. Viele Menschen sorgen sich um ihre Haustiere, finden es gleichzeitig aber auch normal, Fleisch zu essen. Bisherige Forschung hat festgestellt, dass Menschen verschiedene Tiere unterschiedlich wahrnehmen und ihnen mehr oder weniger moralischen Wert zuweisen, je nachdem zu welcher Tierart sie gehören. Doch gilt dies für alle Kulturen, Altersgruppen und Tierarten? Das Teilprojekt AUTIMENTI untersucht, wie sich diese Auffassungen über den Lebensverlauf und verschiedene Kulturen hinweg entwickeln und unterscheiden. Aus den Erkenntnissen werden Implikationen für Umgang mit globalen gesellschaftlichen Herausforderungen wie dem Klimawandel sowie für Bestrebungen zur Bildung für nachhaltige Entwicklung abgeleitet.
Projektziele
Ziel des Projektes ist es, Erkenntnisse zu generieren, die dabei helfen können, einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt in der Schule zu gestalten. Dabei geht es sowohl um die Förderung sozio-moralischer Kompetenzen bei den Schüler*innen als auch um die Professionalisierung von Lehrkräften.
Kooperationen
- Prof. Dr. Meike Bonefeld, Universität Freiburg
- Prof. Dr. Laura Elenbaas, Purdue University
- Prof. Dr. Kelly Lynn Mulvey, North Carolina State University
- Dr. Luke McGuire, University of Exeter
Projektleitung
Prof. Dr. Hanna BeißertProjektteam
Tina BagusProjektdaten
| Status: |
Laufendes Projekt
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|---|---|
| Schwerpunkt: | Differenzielle Bildungsbedingungen und Bildungsverläufe |
| Abteilung: | Lehr- und Lernqualität in Bildungseinrichtungen |
| Bildungsbereich: | Schule |
| Laufzeit: |
06/2025 – 08/2028
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| Finanzierung: |
DIPF
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| Kontakt: | Prof. Dr. Hanna Beißert, Arbeitsbereichsleiterin |