Projekt des Monats: alea.schule – Plattform für formatives Assessment

Projekt des Monats: alea.schule – Plattform für formatives Assessment
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19.06.2024 Nachricht
Das Projekt alea.schule möchte Lehrkräfte unterstützen, den Lernstand ihrer Lernenden zu erfassen – und mit diesem Wissen im Hintergrund ihren Unterricht zu gestalten.

Besserer Unterricht ist dann möglich, wenn die individuellen Fähigkeiten der Lernenden von den Lehrkräften berücksichtigt werden können. Das Projekt alea.schule setzt genau dort an: Es möchte Lehrkräfte unterstützen, den Lernstand ihrer Lernenden zu erfassen und mit diesem Wissen im Hintergrund ihren Unterricht zu gestalten – und zwar mithilfe einer digitalen Plattform, die auch Sprachmodelle nutzt und die Integration von KI unterstützt.
Ulf Kröhne, Arbeitsbereichsleiter am Zentrum für technologiebasiertes Assessment (TBA) des DIPF, leitet alea.schule seit 2022 gemeinsam mit Susanne Prediger (DZLM, TU Dortmund, IPN) und Corinna Hankeln (Fakultät für Mathematik, TU Dortmund).

Einlick in den Lernprozess

Die Forschenden möchten herausfinden, wie digitales formatives Assessment – also die Bearbeitung von Aufgaben mit dem Ziel, die Ergebnisse zu nutzen, um das Lernen und Unterrichten zu unterstützen – speziell im Mathematikunterricht eingesetzt werden kann. Anders als zum Beispiel bei der Überprüfung des Lernstands durch Klassenarbeiten am Ende einer Lerneinheit, setzt formatives Assessment schon früher an und ermöglicht den Lehrkräften einen Einblick in den Lernprozess, während dieser gerade stattfindet. So können der Unterricht und die Förderung der Lernenden noch passgenauer gestaltet werden. „Mit alea.schule verbinden wir ein Angebot zur Nutzung lernförderlicher digitaler Diagnostik mit Erhebung von Forschungsdaten, die wir zur Weiterentwicklung der Diagnosebausteine nutzen können", so Ulf Kröhne.

Entwickelt wurde alea.schule mit der offenen Forschungssoftware CBA ItemBuilder und den Inhalten des seit Jahren eingeführten und auf lernwirksamkeit evaluierten Diagnose- und Förderkonzepts  von „Mathe sicher können“, das von dem Dortmunder Team rund um Susanne Prediger entwickelt wurde. Diese Kooperation hat gezeigt, dass die Werkezeuge die vom DIPF unter anderem für Studien wie PIAAC (Programme for the International Assessment of Adult Competencies) und NEPS (Nationales Bildungspanel) entwickelt wurden, auch für die Erstellung alltagstauglicher Diagnose genutzt werden können.  

"Mathe sicher können"

Die Lernenden bearbeiten über die Plattform das Material, und die Lehrkräfte erhalten anschließend eine Übersicht, in der einzelne Antworten, aber auch zusammenfassende Auswertungen mit beispielsweise typischen Fehlern enthalten ist. Ziel ist es, schwächere Schülerinnen und Schüler gezielt zu identifizieren und entsprechend zu fördern.
Momentan stehen auf der Plattform alea.schule 45 Diagnosebausteine aus „Mathe sicher können“ mit ausgewählten Aspekten des Mathematiklehrplans der Klassen 3 bis 7 zur Verfügung. Nutzen können die Plattform bisher Lehrkräfte in Hessen und Hamburg, ab Schuljahr 2024/2025 auch in Brandenburg. Im Rahmen der Bund-Länder-Initiative „Schule macht stark“ ist der "Mathe sicher können" – Online-Check über alea.schule auch für Schulen unter anderem in Baden-Württemberg zugänglich, andere Länder denken über die Einführung im Zuge ihrer Maßnahmen zu Startchancen nach.

Nachdem die offene Bildungsmaterialien von „Mathe sicher können“ in einer ersten Version umgesetzt verfügbar sind, erfolgt nun die Weiterentwicklung unter Nutzung der im Transfer gesammelten Forschungsdaten. Zentrale Weiterentwicklungen betreffen die Integration von alea.schule in den „Vermittlungsdienst für das digitale Identitätsmanagement in Schulen“ (VIDIS) und die Nutzung von Sprachmodellen und KI für die Erfassung und Auswertung von Verstehensgrundlagen.

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