Was uns die PISA-Ergebnisse langfristig sagen
DIPF-Bildungsforscher Maaz betont in dem Interview den langfristig besorgniserregenden Charakter der aktuellen PISA-Ergebnisse: „Es geht nicht mehr nur um die Folgen einer außergewöhnlichen Krise, sondern um die grundsätzliche Frage, ob sich unser Bildungssystem schnell genug auf veränderte Lernvoraussetzungen und gesellschaftliche Bedingungen einstellt.“ Zu dieser Einschätzung kommt er vor allem aufgrund des übergreifenden Blicks auf die Ergebnisse im Zeitverlauf, die sich nach der ersten PISA-Studie aus dem Jahr 2000 zunächst verbessert haben, sich seit etwa zehn Jahren aber wieder verschlechtern – bis zum aktuellen Tiefpunkt.
Bedenklich findet er auch, dass die aktuelle Studie erneut den hohen Zusammenhang zwischen sozialem Hintergrund und Bildungserfolg in Deutschland bestätigt: „Es ist bemerkenswert, wie stabil diese Ungleichheiten über lange Zeit bleiben.“ Hierfür nennt er mehrere Gründe – etwa eine vielfältigere Schüler*innenschaft, den Lehrkräftemangel und eine ungenügende Verknüpfung von Fördermaßnahmen. Befragt nach möglichen Reaktionen auf die PISA-Ergebnisse insgesamt kommt er zu folgendem Schluss: „Zunächst brauchen wir keinen neuen Aktionismus, sondern müssen bestehende Maßnahmen – vor allem das Startchancen-Programm – für Schulen konsequent weiterentwickeln und nachhaltig verankern.“ Zudem sei es zum Beispiel wichtig, die Basis-Kompetenzen besser zu fördern und die frühe Bildung zu intensivieren.
Das gesamte Interview mit Prof. Dr. Kai Maaz in der Frankfurter Rundschau