Internationaler Austausch in der Bildungsforschung im Überblick

Auch wenn sich die Bildungsforschung vielfach auf einzelne Staaten konzentriert, ähneln sich im internationalen Vergleich oft die jeweiligen Forschungsthemen. Das zeigt der neue Sammelband „International Perspectives on School Settings, Education Policy and Digital Strategies. A Transatlantic Discourse in Education Research.“ Herausgegeben wurde er von Dr. Annika Wilmers und Dr. Sieglinde Jornitz von der DIPF-Servicestelle „ice – International Cooperation in Education“. Anhand von sechs Themenkomplexen diskutieren die Autor*innen den jeweiligen Stand der Forschung. Der Sammelband ist als Open Access-Publikation im Internet frei verfügbar.

„Die Bildungssysteme in Europa, Australien und Nordamerika mit ihren jeweiligen spezifischen Ausprägungen stehen vor ähnlichen Herausforderungen“, sagt DIPF-Forscherin Dr. Annika Wilmers. „Dazu gehören beispielsweise die Digitalisierung, Migration, aber auch die Frage, wie man angemessen auf internationale Schulleistungsvergleiche wie PISA reagiert. Diese Herausforderungen wiederum werden zum Gegenstand von Bildungsforschung, weswegen sich ein Austausch über Ländergrenzen hinweg lohnt.“

Seit 2015 hat die Servicestelle ice auf den Jahrestagungen der „American Educational Research Association“ internationale Panels zu aktuellen Themen in der Bildungsforschung organisiert. Damit sei ein wichtiges Forum für den transatlantischen Austausch entstanden, erläutert Mitherausgeberin Dr. Sieglinde Jornitz, die ebenfalls am DIPF forscht. „Zugleich hat sich dabei immer wieder auch gezeigt, wie teilweise unterschiedlich Herangehensweisen und Begriffssysteme von Bildungswissenschaftler*innen aus den verschiedenen Ländern sind. In dieser Hinsicht ist die internationale Forschung ein notwendiger und bereichernder Austausch, um über die je eigenen Maßstäbe und Standards zu reflektieren und empirische, theoretische und methodische Herangehensweisen weiterzuentwickeln.“

In dem Sammelband spiegeln sich die Diskussionen der vergangenen sechs Jahre wider. Das Werk gibt einen Überblick über die Themen: 1) Schulleitung und Schulentwicklung, 2) Migration, Flüchtlinge und öffentliche Bildung, 3) internationale Vergleichsstudien und ihre Auswirkungen auf die Bildungspolitik, 4) Verwaltung und Nutzung von digitalen Daten in der Bildung, 5) Ökonomisierung der Bildung, 6) Herausforderung von Übersetzungen.

Die Darlegungen thematisieren zum Beispiel die stetig wachsende Bedeutung von Daten und von normiert erhobenen Schülerleistungen für die Optimierung der Bildungssysteme und die daraus entstehenden Rechenschaftspflichten für Politiker*innen und Lehrkräfte. Zugleich zeigt sich, dass noch relativ wenig Wissen darüber vorhanden ist, wie Schulleistungsvergleiche, darauffolgende Bildungsreformen und letztlich der Erfolg von Bildung zusammenhängen. Ein weiteres Anliegen des Bandes ist es, theoretische Rahmenmodelle für internationale Analysen und Vergleiche zu entwickeln, wie es beispielsweise in den Kapiteln zur Schulentwicklung oder beim Thema Migration und Flüchtlinge in den Bildungssystemen unternommen wird.

Der im Verlag Barbara Budrich erschienene Sammelband ist im Internet frei zugänglich und steht unter einer Creative-Commons-Lizenz.

 

Veröffentlichung:
Wilmers, A., Jornitz, S. (eds.). (2021). International Perspectives on School Settings, Education Policy and Digital Strategies. A Transatlantic Discourse in Education Research. Opladen, Berlin, Toronto: Verlag Barbara Budrich. DOI: 10.3224/84742299
Link zur Veröffentlichung

 

Kontakt:
Dr. Annika Wilmers, +49 (0)69 24708-735,
wilmers@dipf.de
Dr. Sieglinde Jornitz, +49 (0)69 24708-340,
jornitz@dipf.de

Presse: Anke Wilde, DIPF, +49 (0)69 24708-824, wilde.anke@dipf.de, pr@dipf.de, www.dipf.de