Welche frühe Förderung es braucht
Ein Beitrag der DPA und ein weiterer der Ippen-Mediengruppe haben sich mit frühen Entwicklungsschritten von Kindern beschäftigt und dazu auch DIPF-Bildungsforscher Hasselhorn befragt. In dem DPA-Artikel geht es um die Fähigkeiten, die Kinder auf dem Sprung zur Einschulung möglichst schon mitbringen sollten – zum Beispiel Laute gut zu erkennen oder Mengen zu erfassen. Allerdings sei die Quote von eingeschulten Kindern, die hierbei Entwicklungsrückstände mitbringen, „erschreckend hoch geworden“, sagt Hasselhorn. Es fehle an verbindlichen Entwicklungszielen für die Kitas, so der Psychologie-Professor. Zuhause solle man dagegen nicht zu viel Druck für die Kinder aufbauen, betont der Forscher. Hilfreich seien zum Beispiel Würfelspiele und Vorlesen.
Der Artikel der Ippen-Mediengruppe legt den Fokus auf die frühe Sprachentwicklung. Dabei wird mit vielen Expert*innen-Stimmen insbesondere der Wert des Vorlesens herausgearbeitet. So bringe es die Kinder früh mit dem Lesen in Berührung, biete Raum für Interaktion mit den Vorlesenden, fördere den Worterwerb durch Wiederholungen und trainiere die Klangverarbeitung. Letzteres sei sehr wichtig, wie Hasselhorn erklärt: Etwa 80 Prozent der Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten entstünden durch Defizite in der Klangverarbeitung, dessen Entwicklung auch durch gemeinsames Singen unterstützt werden könne. Wichtig sei vor allem die Phase kurz vor der Einschulung: „Deutschland verschenkt im letzten Kita-Jahr viel Potenzial, weil dort zu wenig gezielt vorbereitet wird.“
Der Artikel der DPA (hier: Nordwestzeitung)
Der Artikel der Ippen-Mediengruppe (hier: Gießener Anzeiger)