Wirkt sich frühe Social-Media-Nutzung auf die Schulleistungen aus?
Ein jüngst von einem italienischen Forschungsteam veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Jugendliche, die bereits in der sechsten bis achten Klasse einen Social-Media-Account hatten, in späteren schulischen Leistungstests schlechter abschnitten als Jugendliche, die mindestens bis zur neunten Klasse mit einem Account warteten. Das „Science Media Center“ hat verschiedene deutsche Forschende befragt, wie sie diese Befunde bewerten. DIPF-Bildungsforscherin Anders begrüßt die über einen längeren Zeitraum durchgeführte Studie als relevant und als Beleg eines Zusammenhangs zwischen dem Alter des Eröffnens eines eigenen Social-Media-Accounts und späteren schulischen Leistungen. Zugleich mahnt sie an: „Die Kausalitätsannahme ist jedoch mit Vorsicht zu beurteilen.“ Unter anderem blieben wichtige denkbare Einflussfaktoren unberücksichtigt – etwa die kindlichen selbstregulatorischen Fähigkeiten.
Vor dem Hintergrund der laufenden Diskussion um die Regulierung des Social-Media-Gebrauchs durch Kinder und Jugendliche sieht die Psychologin durchaus bedeutsame Implikationen der italienischen Forschungsarbeit: „Die Studie weist auf die Vulnerabilität von Kindern und Jugendlichen bei einer frühen uneingeschränkten Nutzung sozialer Medien hin. Ein verantwortungsbewusster und ressourcenorientierter Umgang mit sozialen Medien lässt sich allerdings nicht allein mit Altersgrenzen herbeiführen. Wichtig ist der Dreiklang aus Schutz, Befähigung und Teilhabe.“
Der Beitrag des „Science Media Centers“ mit allen Einordnungen im Detail
Prof. Dr. Yvonne Anders war an zwei vor Kurzem veröffentlichten zentralen Handlungsempfehlungen und Gutachten in dem Themenkontext maßgeblich beteiligt: