DeMuKo – Selbstbestimmt und informiert: Desinformation im multilingualen Kontext verstehen und vorbeugen – Teilprojekt DIPF
Das Projekt untersucht, wie Desinformation in mehrsprachigen Informationsräumen auf Migrant*innen in der Orientierungsphase wirkt und wie sie diese wahrnehmen. Darauf aufbauend wird ein niedrigschwelliges Lernkonzept entwickelt, um den souveränen Umgang der Zielgruppe mit Informationen zu stärken.
Projektbeschreibung
Das Verbundprojekt untersucht die spezifischen Wirkmechanismen und Rezeptionsmuster von Desinformation in multilingualen Informationsräumen von Migrant*innen in der Orientierungsphase. Qualitative Forschung auf der Empfängerseite wird mit der Analyse von Manipulationsstrategien auf der Senderseite verknüpft, um zielgruppenspezifische Vulnerabilitätsfaktoren zu identifizieren und zu systematisieren. Auf dieser Grundlage entwickelt das Vorhaben ein niedrigschwelliges Lernkonzept, das die Informationssouveränität der Zielgruppe stärkt und nachhaltig in die zivilgesellschaftliche Bildungsarbeit als digitales Lernangebot transferiert wird.
Das Teilvorhaben des DIPF untersucht quantitativ, wie Migrant*innen mit Desinformation umgehen und wie sich diese auf Informationsbewertung und Vertrauen in staatliche und demokratische Institutionen auswirkt. Auf dieser Grundlage identifiziert das DIPF Rezeptionsmuster und zielgruppenspezifische Vulnerabilitätsfaktoren. Ein zentrales Element des Teilvorhabens ist die Konzeption, technische Umsetzung und nachhaltige Bereitstellung eines evidenzbasierten digitalen Lernangebots, das die Forschungsergebnisse in niedrigschwelliger Form für Bildungspraxis und Selbstlernen nutzbar macht. Indem das DIPF Open-Science- und FAIR-Prinzipien umsetzt, sichert es außerdem die langfristige Nachnutzung der Daten, Instrumente und Lernmaterialien in Wissenschaft und Praxis.
Projektziele
Das Projekt hat zum Ziel, Migrant*innen dabei zu unterstützen, sich selbstbestimmt und informiert in der zunehmend digitalen Informationsumwelt zurechtzufinden. Der Fokus liegt auf der Förderung von Fähigkeiten zur kritischen Bewertung von Information, um sowohl die Qualität als auch die Objektivität von Inhalten einschätzen und gezielte Desinformation in der Herkunfts- sowie in der Zweitsprache besser identifizieren zu können. Das Projekt verfolgt dazu drei Ziele:
- Gewinnung eines Verständnisses über das Desinformationsverhalten von Migrant*innen und die wechselseitigen Zusammenhänge von Desinformation, Multilingualität und dem Vertrauen in den Staat mittels qualitativen und quantitativen Untersuchungen
- systematische Erfassung und Kartierung von Desinformationsstrategien, denen Migrant*innen gezielt ausgesetzt sind, und ihre Auswirkung auf das Vertrauen in den deutschen Staat
- Entwicklung und Erprobung eines evidenzbasierten Lernkonzepts gegen Desinformation, das in Bildungsangeboten für Migrant*innen niederschwellig eingesetzt und nachhaltig als digitales (Selbst-)Lernangebot genutzt werden kann
Finanzierung
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Kooperationen
- Prof. Dr. Joachim Griesbaum, Institut für Informationswissenschaft und Sprachtechnologie, Universität Hildesheim
- Prof. Dr. Beatrix Kreß, Institut für Interkulturelle Kommunikation, Universität Hildesheim
- Dr. Juliane Stiller, Grenzenlos Digital e.V., Berlin
- Dr. Violeta Trkulja, Grenzenlos Digital e.V., Berlin
- Katrin Denhard, Volkshochschule Hildesheim gGmbH, Hildesheim
Projektleitung
Dr. Tamara HeckProjektteam
Kimberly SommerProjektdaten
| Status: |
Laufendes Projekt
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|---|---|
| Schwerpunkt: | Bildung in der digitalen Welt |
| Abteilung: | Informationszentrum Bildung |
| Arbeitsbereich: | Informationsmanagement |
| Laufzeit: |
5/2026 – 4/2029
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| Finanzierung: |
Drittmittelprojekt
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| Kontakt: | Dr. Tamara Heck, Arbeitsbereichsleiterin |