Blickpunkt traditionelle Schulbildung
Warum schicken Eltern ihre Kinder auf ein Gymnasium, wo Latein ein Pflichtfach ist? Lohnt es sich, Platons philosophische Texte im altgriechischen Original zu lesen? Woher kommt das anhaltende Interesse an traditioneller Schulbildung? Diesen Fragen geht der Sender in seinem Beitrag mit vielen Stimmen von Schulen, Expert*innen und Eltern nach. Zu Wort kommt auch Bildungshistorikerin Kurig vom DIPF (ab Minute 6:12, 20:13 und 25:50), die etwa darlegt, wie sich das Ganze nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelt hat: „Man meinte nach 1945, dass man mit dem humanistischen Bildungskonzept sozusagen den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus heilen kann.“
Zwar sei dieser Ansatz und seine ebenfalls vorhandenen Verbindungen zum Nationalsozialismus in den 60er-Jahren hinterfragt worden, so Kurig, dennoch seien humanistische Schulangebote besonders in Städten weiterhin präsent. Die Forscherin bietet hierfür auch einen Erklärungsansatz: „Man kann im Rahmen der pluralen städtischen Schulmärkte sehen, dass die humanistischen Gymnasien gerne gewählt werden von sich zur höheren Schicht zählenden Milieus, weil sie immer noch eine Aura haben und auch den Zugang zu bestimmten sozialen Zirkeln.“
Der gesamte Beitrag von Deutschlandfunk Kultur mit vielen weiteren Einordnungen