ReTransfer – Re-Innovation und Transfer digitaler Fachkonzepte in der gesellschaftswissenschaftlichen Lehrkräftebildung im Kontext von digitaler Souveränität und offenen Bildungspraktiken

In dem Verbundprojekt werden in Zusammenarbeit mit dem DIPF und den Landesinstituten an sechs Hochschulstandorten fachdidaktische Standards zur Konfiguration von digitalen Fachkonzepten für anwendungsfähige digitale Lehrkräftefortbildungen entwickelt.

Projektbeschreibung

Projekthintergrund

Das Digitale ist heutzutage in unseren Alltag integriert und keine isolierbare Entität mehr. Die Herausforderung für gesellschaftswissenschaftliche Bildungsprozesse besteht darin, Menschen zu mündigem Handeln in der digitalen Gegenwart und Zukunft zu befähigen. Sie sollen digitale Technologien selbstbestimmt und kritisch nutzen können.

Um die digitale Souveränität von Lehrkräften zu gewährleisten, muss der Frage nach einem gesteuerten Entwicklungsprozess in der Lehrkräftebildung nachgegangen werden. Hiermit verschiebt sich der Fokus von medialen Anwendungen, Lernmanagementsystemen und digitalen Tools für die Lehre hin zur Debatte um Open Educational Resources (OER) und Open Educational Practices (OEP). OER sind offen-lizenzierte Bildungsmaterialien, die jederzeit geteilt und verändert werden können. OEP zeichnen kooperative und partizipative Ansätze und Prozesse unter Nutzung und Erstellung von OER und der Integration von Lernenden aus. Diese können nachnutzbar bzw. transferierbar gemacht werden.

Teilprojekte am DIPF

Am DIPF werden zwei Teilprojekte (TP 1 und TP 10) bearbeitet.

TP 1 ist zuständig für die Vernetzungs- und Transferkoordination. Es untersucht die Wirkungsfaktoren und Gelingensbedingungen von Wissenstransfer. Dafür werden die Transfermöglichkeiten, z.B. der über Bildungsportale und die uni- und multidirektionalen Kommunikationswege zu den unterschiedlichen Zielgruppen (z.B. Lehrkräfte, Landesinstitute) identifiziert, evaluiert und genutzt. Gleichzeitig informiert TP 1 über die Ergebnisse und Prozesse aus den anderen Teilprojekten, u.a. über den Deutschen Bildungsserver.

TP 10 adressiert die Voraussetzungen digitaler Infrastrukturen, um digitale Fachkonzepte im Sinne offener Bildungspraktiken kollaborativ zu entwickeln. Hierfür werden die Teilprojekte bei der Entwicklung der Fachkonzepte über Interviews und Fokusgruppen begleitet und untersucht sowie der Stand der digitalen Infrastrukturen in Bezug auf die Lehrkräftebildung erhoben. Ziel ist die Abstimmung der Entwicklung von OER mit den digitalen Handlungsroutinen der Fachpraxis, damit eine offene Bildungspraxis gefördert werden kann.

Forschungsfragen am DIPF

  1. Welche Wirkungsfaktoren und Gelingensbedingungen für länderübergreifende Transferierbarkeit lassen sich identifizieren, um digitale Fachkonzepte für gesellschaftswissenschaftliche Bildungsprozesse im deutschsprachigen Raum zu verbreiten?
  2. Welche Voraussetzungen digitaler Infrastrukturen lassen sich identifizieren, um digitale Fachkonzepte im Sinne einer Kultur der offenen Bildungspraxis kollaborativ zu entwickeln?

Um die erste Forschungsfrage zu beantworten, wird ein Konzept zum Transfer und der Dissemination von Projektverläufen und -ergebnissen entworfen. Die Abstimmung der Transferformate erfolgt sowohl mit den Projektpartner*innen als auch mit weiteren aktuell laufenden Transferprojekten, u.a. lernen:digital. Das Transfer- und Disseminationskonzept wird für die Projektkommunikation genutzt, die über vorhandene Infrastrukturen, wie bspw. den Deutschen Bildungsserver, erfolgt.

Um die zweite Forschungsfrage zu beantworten, werden Interviews, Befragungen sowie eine Delphi-Studie mit relevanten Akteur*innen durchgeführt. Hierbei soll u.a. beantwortet werden, welche digitalen Infrastrukturen an den verschiedenen Standorten der Projektpartner vorhanden sind und zum Einsatz kommen, wie die Entwicklung von digitalen Fachkonzepten als OER in der Praxis unter Nutzung digitaler Infrastrukturen verläuft und wie die Anschlussfähigkeit solcher Praktiken beurteilt wird.

Angestrebte Ergebnisse

Zum Projektende wird es Leitlinien für den Transfer von digitalen Fachkonzepten für digital basierte Lehrkräftefortbildungen geben. Zudem werden Handlungsempfehlungen zur Umsetzung offener Bildungspraktiken in digitalen Infrastrukturen veröffentlicht.

Projektziele

Das Verbundprojekt entwickelt und erforscht digitale Fachkonzepte für die länderübergreifende gesellschaftswissenschaftliche Lehrkräftefortbildung, die im Kontext von offenen Bildungspraktiken in Blended-Learning-Arrangements angeboten werden.

Die beiden Teilprojekte des DIPF verfolgen das Ziel, Handlungsempfehlungen zum einen zu Gelingensbedingungen für länderübergreifende Transferierbarkeit digitaler Fachkonzepte und zum anderem zu Konzepten offener Bildungspraxis zu geben.

Finanzierung

BMBF

Kooperationen

Projektleitung

Projektteam

Projektdaten

Status:
Laufendes Projekt
Schwerpunkte:
Abteilung: Informationszentrum Bildung
Arbeitsbereich: Informationsmanagement
Bildungsbereiche: Schule, Weiterbildung
Laufzeit:
06/2023 – 12/2025
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Kontakt: Dr. Tamara Heck, Arbeitsbereichsleiterin

Projektwebsite