INCLASS – Inklusion von Kindern im Autismus-Spektrum in der Schule

Im Projekt INCLASS wird ein anwendungsorientiertes Instrumentarium zur Inklusion von autistischen Kindern entwickelt: eine Blended-Learning-Plattform für Lehrkräfte, ein Self-Assessment-Tool für die (Selbst-)Einschätzung von Kompetenzen im Unterrichten von Kindern im Autismus-Spektrum und eine Smartphone-App zur Identifizierung individueller Barrieren.

Projektbeschreibung

Autismus betrifft mindestens ein Prozent der Schulkinder in Deutschland und die Anforderungen an eine inklusive Beschulung nehmen zu. In den Schulen gibt es immer mehr autistische Kinder1, während es gleichzeitig häufig sowohl an Wissen als auch an Ressourcen für eine adäquate Beschulung von Kindern im Autismus-Spektrum fehlt. Das sozio-emotionale Wohlbefinden und der Bildungserfolg von autistischen Kindern hängen zu einem großen Teil von einer autismussensiblen Beschulung ab.

Als Kernprodukt wird das Projekt INCLASS ein ressourcenorientiertes Trainingstool für Schulpersonal, das mit Schüler*innen im Autismus-Spektrum arbeitet, entwickeln und in einem (kostenlosen) digitalen Blended-Learning-Format anbieten. Mit der Trainingsplattform werden die relevanten und bedarfsgerechten Kompetenzen für die Beschulung von autistischen Kindern im inklusiven Klassenzimmer auf flexible, effiziente und praktische Weise erworben. Zwei zusätzliche Komponenten sind:

  • Ein Beurteilungsinstrument, das das Wissen, die Überzeugungen und die Motivation der Lehrkräfte erfasst und als Selbsteinschätzung dient, um den Lehrkräften ein individuelles Feedback zu ihrer Kompetenz zu Autismus und autismussensibler Beschulung zu geben. Es ermöglicht zudem eine maßgeschneiderte Auswahl der Fortbildungsinhalte und eine Evaluierung der Ergebnisse der Fortbildung.
  • INCLASS wird die heterogenen, kontextspezifischen, variierenden und hochindividuellen Faktoren von Autismus-bezogenen Herausforderungen und Verhaltensweisen in der Schule und deren Erkennung durch Lehrkräfte mit Hilfe von Experience-Sampling-Methoden untersuchen. Es wird eine Smartphone-App entwickelt, die von Lehrkräften und ihren neuen Schüler*innen genutzt werden kann, um Erkenntnisse über individuelle Barrieren zu gewinnen.

Die Produkte – das Beurteilungsinstrument und das digitale Trainingstool mit einem Prototypen der App – werden allen Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt (offene Bildungsressource).

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1 Im aktuellen Diskurs finden sich verschiedene begriffliche Varianten, unter anderem der Spektrums-Begriff als auch autistisch/Autist*innen, die wir im Rahmen des Projektes beide verwenden. Gleichzeitig distanzieren wir uns von jeglicher Form pathologisierender Begrifflichkeiten.

Finanzierung

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Publikationen

Berdelmann, K. (im Druck). Neurodiversität und Wissen über Autismus im pädagogischen Fachdiskurs – eine historisch vergleichende Perspektive. In M. Grummt & M. Richter  (Hrsg.), Autismus und Neurodiversität. Stuttgart: Kohlhammer.

Berdelmann, K., Schmiedek, F., & Hasselhorn, M. (2021). Inklusion von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung. In C. Mähler & M. Hasselhorn (Hrsg.), Inklusion: Chancen und Herausforderungen (Tests und Trends der pädagogisch-psychologischen Diagnostik, Bd. 18, S. 185-202). Göttingen: Hogrefe. doi:10.1026/03147-000

Projektleitung

Projektteam

Projektdaten

Status:
Laufende Projekte
Laufzeit:
04/2022 – 03/2025
Finanzierung:
Drittmittelprojekt
Forschungsthemen:
Abteilungen:
Kontakt: Dr. Kathrin Berdelmann, Stellvertretende Leitung

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