Bildung und Entwicklung

Ein zentrales Qualitätsmerkmal von Bildung ist die individuelle Entwicklung von Personen im gesamten Spektrum ihrer Erlebens- und Verhaltensmöglichkeiten, wie sie z.B. in ihren kognitiven und sozial-emotionalen Kompetenzstrukturen, Einstellungen, Werthaltungen sowie motivationalen und volitionalen Dispositionen zum Ausdruck kommen. In der Abteilung werden deshalb Entwicklungsverläufe in Bildungskontexten empirisch so rekonstruiert, dass vertiefte Einsichten in das Entwicklungspotential und die Veränderbarkeit individueller Verhaltens- und Erlebensmöglichkeiten gewonnen werden können. Zentrales Thema ist dabei die Frage nach den Voraussetzungen und Bedingungen der Entwicklung erfolgreichen Lernens. Ziel ist es, theoretisch wie empirisch fundierte Grundlagen für die Gestaltung von Bildungsprozessen in Kindheit und Jugend sowie im hohen Erwachsenenalter zu erarbeiten, wobei der zunehmenden Bedeutung von Bildungskontexten außerhalb traditioneller Organisationsstrukturen Rechnung getragen wird.

In der differenziellen Analyse individueller Bildungsverläufe stützt sich die Abteilung sowohl auf vorhandene als auch auf selbst konzipierte und realisierte Längsschnittstudien. Diese werden durch experimentelle und mikrogenetische Ansätze bis hin zu entwicklungssimulierenden Trainingsstudien ergänzt. Darüber hinaus werden diagnostische Verfahren zur Erfassung lernrelevanter individueller Dispositionen entwickelt und normiert.

Schwerpunkte der Abteilung sind:

  • die Beschreibung und Erklärung der Ontogenese individueller kognitiver, motivationaler und volitionaler Kompetenzen erfolgreichen Lernens;
  • Untersuchungen zur Optimierung des Erwerbs individueller Kompetenzen unter der Berücksichtigung des jeweils erreichten Entwicklungsstandes;
  • die Beschreibung, Erklärung, Diagnose und Behandlung von Lern- und Leistungsstörungen bei Kindern;
  • die Erforschung intraindividueller Schwankungen und Beeinflussungsmöglichkeiten der kognitiven Funktionstüchtigkeit im Alter;
  • die Untersuchung normativer Bezugssysteme und Forschungen zur Geschichte der Enkulturation zur Klärung der kulturellen und historischen Eingebundenheit individueller Entwicklungsveränderungen.

IDeA-Mitarbeiter im GesprächEin wesentlicher Teil der Projektarbeiten fließt in zwei von vier eng aufeinander bezogene Themenbereiche des Zentrums für „Research on Individual Development and Adaptive Education of Children at Risk“ (IDeA) ein: „Ressourcen und Beeinträchtigungen erfolgreichen Lernens“ und „Diagnostik und Prävention“. Das Zentrum wurde im Rahmen der Hessischen LOEWE-Initiative in Kooperation von DIPF und Goethe-Universität Frankfurt am Main unter Beteiligung des Sigmund-Freud-Instituts eingeworben. Die Federführung liegt beim DIPF. Es ist ein besonders wichtiges multidisziplinäres Programm, das grundlagen- wie anwendungsorientierte Forschung fördert und einen Rahmen für Zusammenarbeit innerhalb des DIPF wie auch mit universitären Partnern schafft.

Arbeitseinheitsleiter:
Marcus Hasselhorn