Die Untersuchung der Qualität und Wirksamkeit von Bildungsmaß-nahmen und -institutionen steht im Zentrum der Arbeitseinheit Bildungsqualität und Evaluation.Im Besonderen geht es um
Die Arbeitseinheit konzentriert sich auf den Bereich allgemeinbildender Schulen. Verstärkt nehmen die Projekte den Entwicklungsaspekt in den Blick, also die Frage, wie Schulen sich über die Jahre hinweg verändern. Dabei werden groß angelegte Fragebogen- und Leistungsstudien (so genannte Surveys bzw. large scale assessments) ergänzt durch qualitative Studien und längsschnittliche Untersuchungen, die die Wirksamkeit von Interventionen systematisch überprüfen. Welche qualitätsrelevanten Faktoren vorrangig betrachtet werden, variiert in Abhängigkeit der jeweiligen Projektthemen und -schwerpunkte, wenngleich die Projekte stets eine umfassende Sicht auf schulische Prozesse einnehmen. In den vergangenen Jahren fokussierten beispielsweise DESI, Pythagoras, PERLE oder StEG auf die Qualität der Lerngelegenheiten und der Lehr-Lern-Prozesse, sei es im Unterricht oder in ergänzenden Angeboten.
Die Schulkultur – vor allem die Leitungs- und Kooperationsstruktur sowie die Bemühungen um Qualitätssicherung und Organisationsentwicklung – spielte insbesondere im Bereich Schule und Demokratie und in den Pädagogischen EntwicklungsBilanzen (Projekt SEL) eine zentrale Rolle. Kompetenzen der Lehrpersonen und deren Professionalisierung stehen nicht im Zentrum der Forschungen, werden aber im Bereich SEL sowie im Rahmen von DESI, Pythagoras und PERLE mitberücksichtigt.
Die aktuelle Liste der laufenden und abgeschlossenen Projekte zeigt die Kontinuität der Arbeit auf. In nächster Zukunft wird vor allem im Rahmen von PISA 2009 eine umfassende Verknüpfung der benannten Perspektiven erfolgen.
Um die verschiedenen Komponenten der Bildungsqualität ebenso wie die Lernergebnisse von Schülerinnen und Schülern empirisch erfassen zu können, bedarf es der Entwicklung von Kompetenzmodellen und Assessment-Verfahren. Assessment und Kompetenzdiagnostik bilden deshalb den zweiten Themenschwerpunkt neben dem Bereich Schulqualität und Schulentwicklung. Dazu hat das DIPF (Prof. Dr. Eckhard Klieme, gemeinsam mit Prof. Dr. Detlev Leutner von der Universität Essen) das DFG-Schwerpunktprogramm Kompetenzmodelle beantragt, das im Herbst 2007 startete.
Die Aktivitäten der Arbeitseinheit erhalten eine hohe Praxisrelevanz dadurch, dass ihre Ergebnisse und Produkte auf verschiedenen Wegen den Beteiligten des Bildungssystems zur Verfügung gestellt werden. So werden in eigenen Evaluationsstudien Instrumente entwickelt, welche die Messung von Lernergebnissen und die Evaluation von Schule und Unterricht ermöglichen. Ferner werden spezifische Interventionen entwickelt und erprobt, die einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung leisten.
Aus den Ergebnissen dieser Evaluationen ebenso wie aus den Interventionsstudien wird Steuerungswissen für die Optimierung der unterschiedlichen Ebenen des Bildungssystems gewonnen. Darüber hinaus werden umfangreiche Beratungsleistungen sowohl für die nationale und internationale Bildungsforschung als auch für die Bildungspolitik und die Bildungspraxis erbracht.
Die Arbeitseinheit bringt ihre Forschungen in internationale Arbeitskontexte ein.
